Bühne der Gaukler


Bankgeschäfte sind nicht alles, wo das Vertrauen zählt! Im Zeitalter der hochentwickelten Kommunikationssysteme haben es Gaukler, Schwindler, Gierige und Propheten sehr leicht, ihre selbstverliebten Botschaften unter das Volk zu streuen. Geld, Finanzmittel oder Kapital, man mag es nennen wie man will, hat immer einen doppelten Boden. Für die einen ist es die nicht still stehende Triebfeder von Produktion und Wachstum und für die anderen ist es die Bereicherung durch Ausbeutung fremder Arbeit. Hermann Josef Abs (1901 bis 1994) ist mit Abstand der noch bekannteste und seriöseste deutscher Bankier und war von 1957 bis 1967 Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG. In seiner Ära machten Banken noch mit ihren Kerngeschäften richtig Umsatz und nachhaltig gute Gewinne. Als gegen 1978 die Banken verstärkt damit begannen, verbrieftes Geld mit verbrieften Geldgeschäften zu verdienen entstand die gefährliche und untaugliche Finanzindustrie. Hermann Josef Abs verachtete zeitlebens diese Form des Bankgeschäftes und war für seine beißenden Kommentare bekannt! Zitat Auszüge von Hermann Abs:
„Meine Damen und Herren, wenn ich weniger wüsste,  könnte ich Ihnen mehr erzählen. Geben Sie mir eine gute Regierung und wir haben eine gesunde Börse.“ (Zitat Auszüge Ende.)Man kann es Ironie oder Zynismus nennen aber beide Aussagen beschreiben das heutige Bild von der Finanzindustrie sowie wie den Investmentbanken auf den Punkt genau. Während aber Arbeitsbedingungen, Produktionsprozesse und soziale Leistungen in der Industriegesellschaft ständig reglementiert werden,  haben alle dubiosen Akteure der Finanzindustrie absolute Narrenfreiheit. In schöngefärbten Sonntagsreden sprechen die Politiker sehr gerne über die unregulierten Kräfte der Finanzmärkte und die undurchsichtigen Machenschaften des global agierenden Killer-Kapitals und erzeugen damit bei den Zuhörern Gänsehaut und Grauen. Die Wahrheit verschweigen aber alle Politiker. Und andern gar nichts! 

In der öffentlichen Wahrnehmung entsteht deshalb das Bild, dass die Politiker die Banker vollkommen in Ruhe vor sich hin werkeln lassen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen in unserer Heimat diesen undurchsichtigen Finanzdschungel einmal näher durchleuchten um Gaukler, Schwindler, Gierige und Propheten besser auseinander halten zu können. Denn wer sichere Arbeitsplätze und gerechte Eigentumsverhältnisse anstrebt, muss Wachstum und Wohlstand von Chancen unterscheiden lernen. Die Entwickler und Träger unternehmerischer Ideen kommen meistens aus dem Mittelstand und konnten ihren Bedarf an Kapital noch niemals alleine über Bankkredite decken. Als mögliche Ursache der andauernden konjunkturellen Schwächephase wird häufig eine zu restriktive Kreditvergabe der Banken genannt. Ob wir aber tatsächlich in Deutschland gegenwärtig unter einer Kreditklemme leiden, ist anhand der Daten und Statistiken kaum zu belegen. Was sagen also die Daten und Statistiken?

Geld ist auf der ganzen Welt vorhanden wie Dreck!
Es sucht natürlich immer den Weg, der mit Zinsen und ohne Risiken am allerbesten gepflastert ist. Mögliche Lösungsansätze für qualitative Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sieht das Kapital nicht vor. Man könnte von sozialer Blindheit sprechen. Es lässt sich bequem in jedem Geschäftsbericht der Banken ablesen, die einerseits die Sonderstellung von Sparkassen und Volksbanken in unserer Heimat beklagen, andererseits den Mittelstand und Handwerker als Kreditkunden nahezu verabscheuen.Nach heftiger Kritik aus der Bevölkerung haben die Banken eine bessere Versorgung des Mittelstands mit Krediten zugesagt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist wie immer frohen Mutes und glaubt fest daran: Es geht auch ohne Berlin und Brüssel.Mit dieser Meinung steht der CDUler nicht völlig alleine auf weiter Flur, denn eine Kreditklemme bedroht die Erholung der deutschen Wirtschaft und sicher geglaubte Arbeitsplätze. Durch ihre Wettgeschäfte und sonstige Spekulationen haben die meisten Banken in der Finanzkrise enorme Verluste erlitten und ihr Eigenkapital schrumpfte zusammen. Nach den neuen Spielregeln für die Finanzbranche (Basel II) müssen die Banken aber umso mehr Eigenkapital hinterlegen je schlechter die Bonität ihrer Firmenkunden ist. Ein unübersichtlicher Teufelskreis. Denn die Kreditwürdigkeit vieler Tausend Unternehmen hat in der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise durch Gewinneinbrüche oder Umsatzverluste stark gelitten. Will man nun neue Kredite von den Banken, so müssen diese mit erheblich mehr Eigenkapital unterlegt werden, das man nicht mehr hat oder vom deutschen Staat oder von der EZB als Subvention erhalten kann. Deutsche und europäische Banken halten sich deshalb mit der Vergabe von Krediten zurück, und verlangen zur Abschreckung Risikoaufschläge in Form überhöhter Zinsen. Das ist auch der Hauptgrund dafür, dass die meisten Banker viel lieber über undurchsichtige Fonds-Konstrukte oder über Brüssel dem Mittelstand Gelder zukommen lassen möchten. Dadurch drohen neue Kreditklemmen, denn man verdient viel lieber Milliarden mit Wett- oder Derivatgeschäften.Warum ist also eine Kreditklemme so gefährlich?
Die meisten kleineren Unternehmen sind wegen massiver Ertragseinbrüche und Zahlungsausfälle auf eine langfristig gesicherte Finanzierung angewiesen, weil ihre Rücklagen im Regelfall aufgebraucht sind. Für die Durchführung neuer Aufträge brauchen diese Unternehmen Darlehen, damit sie Mitarbeiter, Rohstoffe und Zulieferer bezahlen können. Die unsinnigen Sanktionen gegen Russland haben das Szenario noch erheblich verschärft. Oftmals können notwendige Investitionen nur getätigt werden, wenn begleitende Banken dafür Geld geben. Kommt es zu einer andauernden Kreditklemme, droht Pleitewelle auf Pleitewelle mit stark steigender Arbeitslosigkeit. Jedes noch so kleine Pflänzchen eines erkennbaren Aufschwungs würde dadurch brutal abgewürgt. Ist also die drohende Kreditklemme ein deutsches Problem? Eindeutig NEIN!Denn auch in vielen anderen westlichen Industrienationen klagen besonders kleinere Unternehmen seit Jahren über eine sehr schlechte Versorgung mit Krediten. Nützliche Alternativen bei der Kreditvergabe werden die Finanzmärkte auch in Zukunft nicht hergeben. Besonders die so genannten Private-Equity-Fonds oder die Absichten von Juncker werkeln im Verborgenen und schüren dadurch die Angst der Kreditnehmer vor der KALTEN Enteignung. Eine verstärkte Finanzierung des Mittelstandes über diesen Sonderweg des Kapitalmarktes scheint den meisten deshalb weder ökonomisch noch sinnvoll. In kaum einer anderen Branche ist die Deregulierung so weit voran geschritten wie in der so dargestellten Finanzindustrie. Wie kaum eine andere Branche ist dieser Markt in den letzten Monaten in den kritischen Fokus der Öffentlichkeit geraten. Das so genannte Investmentbanking und ihre enttarnten Gallionsfiguren werden zunehmend in allen Gesellschaftsschichten als Bedrohung empfunden. Keine Frage, je mehr Fehlleistungen das Tageslicht erblicken, desto größer wird die Abneigung gegen vermeintlich ausbeutende Banken. CDU/CSU, GRÜNE, FDP und SPD werden als Teil einer Bankenlobby betrachtet, die von der Unterstützung der Banken profitiert und Skandale abdunkelt und aussitzen möchte. Wer also das Finanz- und Bankensystem in der heutigen Form noch verteidigt, wird schon bald als Politiker in große Erklärungsnot geraten, denn Gaukler, Schwindler und Gierige schwingen noch immer ungehindert die Taktstöcke und arbeiten mit großem Eifer am nächsten finanziellen Blackout. Das bedeutet im Klartext: In der deutschen Finanzindustrie ist wirtschaftspolitische Gestaltungskraft erforderlich. Wo Bankkredite und Vertrauen gefordert sind, sind dubiose Finanzinvestoren fehl am Platze und können im Extremfall womöglich als äußerst volksschädlich empfunden werden. Wettbewerb JA, aber mit einem vielfältigen Angebot mit dem für viele Menschen in unserer Heimat eine angemessene Versorgung mit Krediten zu gewährleisten ist. Die Bühne der Gaukler sollte schnellstens demontiert werden und durch eine sichere Plattform des gegenseitigen Vertrauens ersetzt werden. In Abwandlung des Lieblingsspruchs von Abs könnte die Botschaft auch lauten:„Gebt Deutschland eine gesunde und korruptionsfreie Regierung und wir haben sofort wieder eine gesunde Wirtschaft.“



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen