Auf den Hund gekommen: Das Ende der Meinungsfreiheit



Nachdem sich Tierschützer über GoDaddy-Werbung für den Super Bowl ärgerten, fanden Sie ein "Argument": Der Clip unterstütze "Puppy Mills", Massenzuchtbetriebe für Hunde. Und das sei nicht okay.

Worum geht es wirklich? Es geht um die in 30 Sekunden verpackte Story, wie ein süßer Golden-Retriever-Welpe, der von einem Truck gefallen war, sich über Bahnschienen und Straßen, in Regen und durch den nächtlichen Wald nach Hause kämpft. Seine Besitzerin ist überglücklich ihn weiderzusehen. Denn: Sie hatte ihn schon verkauft. Online versteht sich. Auf einer extra über GoDaddy eingerichteten Webseite.

Wie bei kreativer Werbung üblich, lebt auch dieses Video von Anspielungen. In diesem Falle von einer satirischen Verfremdung der erfolgreichen Budweiser-Werbung “Puppy Love” aus dem Jahr 2014. Doch die Tierrechtler sahen das anders. Hunde, die online verkauft würden, kämen meistens von “Puppy Mills” während Tiere aus Heimen entweder ewig auf ein neues Zuhause warten oder eingeschläfert werden müssten. Unter dem Hashtag #GoDaddyPuppy entbrannte eine Diskussion, auf Change.org forderten Tierschützer am Dienstag das Nicht-Ausstrahlen des Clips. Über 40.000 Menschen unterzeichneten die Petition

Die Tierrechtler starteten eine Petition auf Change.orge gegen den Clip. 40.000 Menschen unterzeichneten. GoDaddy-CEO Blake Irving reagierte und versprach auf Twitter: “We will not air it.”
D.h.: Die Welpen-Werbung wird nicht ausgestrahlt.

Wie Meedia http://meedia.de/2015/01/28/nach-tierschuetzer-protesten-keine-welpen-werbung-beim-super-bowl mitteilt, erklärte Irving auf seinem Unternehmensblog “Wir haben die emotionale Wirkung des Spots unterschätzt. Aber wir hören es laut und deutlich. Wir werden die Werbung beim Super Bowl nicht zeigen.”

Bleibt die Frage, ob diese Entwicklung gut ist.

Ich denke nicht.

Wenn in Europa Satirezeitungen keine Islamkarikaturen bringen dürfen, weil die Leute Angst vor Terror-Anschlägen haben, dann ist das eine Sache.

Aber wenn jede Minderheit von ein paar zehntausend Leuten, die gemeinsam "anderer" Meinung sind, die Meinung anderer Minderheiten oder Mehrheiten unterdrücken kann und Selbstzensur hervorruft, dann ist das eine andere Sache. Und zwar keine gute Sache.

Armes Deutschland. Armes Amerika.



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