Die Grenzen des Wachstums


Die Studie des Club of Rome „The Limits to Growth“ (Die Grenzen des Wachstums) wurde nach ihrem Erscheinen im Jahr 1972 zu einem Inbegriff für Nachhaltigkeit und schonungsvollen Umgang mit unserem Blauen Planeten. In den USA ist das Jahr 1972 ein Schockmoment, denn das Buch stellte die Auswüchse des ungezügelten Kapitalismus in Frage. Die Grundprinzipien der kruden nordamerikanischen Wirtschaftsideologie mit dem schier unstillbaren Streben nach Wachstum und Profit wurde quasi über Nacht entlarvt. Das Buch prangerte die kapitalistischen Praktiken an und warnte in massiver Form vor den diversen Konsequenzen für die gesamte Menschheit in den kommenden 40 Jahren. Der Club of Rome hatte schlüssige Antworten auf brennende internationale Fragen gefunden.The Limits to Growth bedeutete für den Club of Rome den internationalen Durchbruch. Plötzlich und völlig unerwartet erlangten die Wissenschaftler des Clubs weltweite Beachtung. Nur: 40 Jahre später war tatsächlich kaum messbares passiert. Noch immer werden die Autoren des Buches als versteckte Kommunisten diffamiert. Obwohl an der Richtigkeit der Studien des Club of Rome und der der nachfolgenden Buch-Veröffentlichung „Beyond the Limits“ (1992) keinerlei berechtigte Zweifel bestehen, wird von den Regierungen weltweit nur extrem wenig zur Lösung der großen Probleme unternommen.Man hält zwar ständig irgendwo irgendwelche Konferenzen ab, aber an den drängenden Themenkreisen wie explodierende Überbevölkerung, exponentiell ansteigende Umweltverschmutzung, rücksichtsloser Ressourcenverbrauch und Konsum wird nicht das Geringste geändert. Man redet immer nur um den heißen Brei herum. Denn welche Auswirkungen die vorgenannten Themenkreise im Zusammenhang mit dem Götzen des exponentiellen Wachstums auf die Erde haben, darüber verschließt man ganz fest Augen und Ohren. Aber:Wie sieht unsere Welt in 40 Jahren aus?Für den Club of Rome haben Wissenschaftler ihre Studienergebnisse zusammengetragen. Der CoR warnt in erster Linie vor den fürchterlichen Folgen des Klimawandels, aber auch vor der verheerenden Wirkung des globalen Finanzkapitalismus. Nach der Ansicht des Clubs wird sich der Klimawandel in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts dramatisch verstärken: Mehr Dürren, mehr Fluten und unberechenbare extreme Wetterlagen. Man prognostiziert sogar eine globale, flächendeckende Armut in den Industrieländern. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler des Club of Rome im Report 2052. 1972 hatten sie mit ihren Prognosen absolut richtig gelegen, sodass die neue globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre höchstwahrscheinlich auch zutreffen wird.Schönes neues 2052Die negativen Auswirkungen werden deutlich sein. Mit diesen klaren Worten warnte der Autor des Reports, der norwegische Wirtschaftsexperte und Zukunftsforscher Jorgen Randers. Die Menschheit hat alle bekannten Ressourcen der Erde ausgereizt und wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben, so Randers bei der Präsentation der Ergebnisse in Rotterdam.Folgt der Niedergang des Westens?Bereits im Jahr 1972 warnte der Club of Rome vor den Grenzen des Wachstums und vor Umweltverschmutzung. Nun scheint es offensichtlich zu spät zu sein, um den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Gemäß der Annahme des Club of Rome könnte die Temperatur bis 2080 um 2,8 Grad Celsius ansteigen. Neue, unberechenbare und gefährliche Wetterlagen treffen schon heute Landwirte, Viehzüchter und Urlauber gleichermaßen. Folgt man den Ansichten und Prognosen von Jorgen Randers, dann schadet die Wirtschaft mit ihrem steten Wachstumsfetischismus dem Klima und den Naturschätzen. Nach den Berechnungen des Club of Rome wirft der ungebremste Kapitalismus schon heute keinen realen Gewinn mehr ab - verglichen mit dem Preis der Umweltzerstörung. Deshalb propagiert der Generalsekretär, Ian Johnson, dass der Finanzgötze „Business as usual“ schon seit 1972 keine Option mehr ist.Sowohl der Bevölkerungs- als auch der Produktivitätszuwachs werden laut Club of Rome rapide abnehmen. Bis 2052 soll es zwar weniger Armut in den Entwicklungsländern geben. Doch parallel dazu werden Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten exponentiell zunehmen. Keine große Überraschung für Deutschland, denn mit der volksschädlichen und volksfeindlichen Agendapolitik haben SPD und GRÜNE die Weichen für die Alters- und Flächenarmut bereit vor Jahren gestellt. Quasi ein frühzeitiger, erschreckender und sinnloser Triumph des Finanzkapitalismus in unserer Heimat. Eine äußerst ungewöhnliche Prognose gibt das österreichische Club of Rome-Mitglied Karl Wagner ab. Wagner befürchtet eine Revolution in den 2020er Jahren unseres Jahrhunderts, wenn vielen Menschen der Geduldsfaden reißen wird.Wird das dekadente und feudale Herrschaftssystem beseitigt?Jorgen Randers glaubt nicht mehr an rechtzeitige Besserung, denn die Menschheit werde sich nicht schnell genug ändern. Nach Ansicht von Randers verhindern besonders die komplexen und zeitraubenden Entscheidungsprozesse in Demokratien jegliche Form der Besserung. Der Club of Rome hat mit seinem Buch „Die Grenzen des Wachstums“ das Denken in der Welt verändert. Den globalen Irrsinn der Ausbeutung von Ressourcen und die versklavenden Grundprinzipien der kruden nordamerikanischen Wirtschaftsideologie mit dem schier unstillbaren Streben nach Wachstum und Profit konnte der Club of Rome nicht beseitigen. Hier stößt er an seine Grenzen, wenn es den Menschen nicht gelingt, den ökologischen und finanztechnischen Fußabdruck zu reduzieren. Und eine Frage bleibt unbeantwortet:Ist die Demokratie nach westlichem Vorbild geeignet, die großen Probleme der Menschheit zu lösen? Der Club of Rome gibt auch hier keinerlei Entwarnung oder positive Perspektiven, denn die Zukunft wartet mit gewaltigen Herausforderungen auf und wird geprägt sein von sozialen Unruhen und zahlreichen Umbrüchen. Auch in unserer Heimat.Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.
drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de  
http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.deFoto: net_efekt/flickr.com   (CC BY-SA 2.0)



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