Rudi Ratlos in der ARD


"Das Eingeständnis der ARD-Börsenexpertin" überschrieb die Welt ihren Bericht zum Thema "Der letzte Sirtaki: Griechen bankrott, Deutsche zahlen trotzdem?" von Sandra Maischberger am gestrigen Abend. 
"Eichel, Chatzimarkakis und Bosbach. Nachdem die drei Herren ihre Meinungen geäußert hatten, waren eigentlich auch sämtliche Optionen für ein weiteres Vorgehen auf dem Tisch. Hilfe einstellen, Hilfe fortsetzen, Hilfe anpassen. ... Zusätzlich Erhellendes oder sogar eine Tendenz für eine der Optionen kristallisierte sich aber leider nicht heraus."
Schlagersänger Costa Cordalis schien von der Diskussion eher leicht verwirrt. Glaubhaft jedoch war er in seinen persönlichen Erfahrungen: Wenn jetzt schon die Renten und Löhne um bis zu 50 Prozent gesenkt wurden, wie sollen die Griechen dann mehrheitlich voller Optimismus einen weiteren "Sparkurs" mittragen können? Aber diese ganz menschliche Reaktion der Griechen blieb ebenso wenig ein Thema wie die konkrete Frage, auf welche Weise eine rückständige griechische Wirtschaft die ungeheuren Milliardenlasten jemals zurückzahlen können soll.
Der üblichen Talkshow-Dramaturgie folgend, hatte Maischberger noch den linken Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel (Neues Buch: "Zerschlagt die Banken, entmachtet die Finanzmärkte") und den Hedgefonds-Manager Karsten Schröder eingeladen. Erwartungsgemäß wurde Schröder auf eine Diskussionsschiene gesetzt, mit der er weder gewinnen noch auch nur für ein paar Einsichten hätte sorgen können. Wollte er antworten, wurde er unterbrochen. Wollte er erklären, wurde er gemaßregelt. Wollte er nett sein, wurde er sitzen gelassen und als Statist und Staffage des Redaktionskonzepts missbraucht.
Kein Wunder, dass bei dieser typischen Art der Diskussions und Gedankenführung am Ende ARD-Börsenexpertin Anja Kohl unfreiwillig zusammenfasste: "Wir alle haben den Überblick verloren". Sie meinte eigentlich nur die Milliardensummen mit denen jongliert wird. Für die Zuschauer war es das Eingständnis der hoffnungslos undurchschaubaren Gesamtlage, in der die Merkelschen und Euro-Maßnahmen letztlich nur wie Selbstermutigung des ängstlichen Wanderers in dunkler Nacht wirken.



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