Blogs / 2015 / Mai

Aufgespürt 15/1: Amtsanmaßung, Geld und Freiheit


Amt für Werbefreiheit und Gutes Leben
So was gibt's tatsächlich. Allerdings ist das kein Amt. Es ist ein Verein. ImPuls – Agentur für angewandte Utopien e.V steht im Impressum. Einen Ansprechpartner, der bei Bedarf verklagt werden könnte, den führt das Impressum allerdings nicht auf. Das könnte sich noch rächen.
Das "Amt" wird nach eigener Aussage auf http://amtfuerwerbefreiheit.org derzeit von rund 40 Aktiven aus ganz Deutschland geführt. Es "bearbeitet Fragen der Störung und Belästigung durch Werbung und fördert die gemeinschaftliche Umgestaltung des öffentlichen Raums. Darüber hinaus zählen sämtliche Belange rund um das Gute Leben – abseits der vorherrschenden Vorstellungen von Fortschritt und Wohlstand – zum Zuständigkeitsbereich des Amtes."
Das Amt steht offenbar auch abseits der herrschenden Vorstellungen des Rechts. Die Impressumspflicht verlangt an sich, dass eine konkrete natürliche Person, die ladungsfähig sein muss, den Kopf hinhält für das, was auf einer Website verzapft wird. Das tut das "Amt" nicht. Fast wie ein richtiges Amt. Könnte ja jeder kommen.
Das könnte Amtsanmaßung sein. Und Freiheitsberaubung. Freiheit der Gedanken und der Worte. Denn lt. Cedric Kamlah im Magazin eigentümlich frei http://ef-magazin.de/2015/05/23/6915-werbezensur-in-berlin-saubere-reklame-in-schmutzigen-heften genügt es, eine Frau "ohne Anlass lächelnd zu inszenieren" um die Gleichstellung der Geschlechter rechtswidrig in Frage zu stellen. Die Bezirksversammlung von Berlin-Kreuzberg wurde schon überzeugt. http://spd-friedrichshain-kreuzberg.de/xhain/wp-content/uploads/2014/03/DS1013-01_Vorbild-Oesterreich1.pdf
Kamlah ist übrigens Mitbegründer des Hayek-Club Bremen und Geschäftsführer der FDP Kreis Verden.
Übrigens, der Spiegel ist da schon wieder weiter. Vorreiter eben. In Heft 22/2015 kommt der 70jährige US-amerikanische Schauspieler Jeffrey Tambor ausführlich zu Wort. Der spielte mal eine Transsexuelle. Und der wird wie folgt zitiert: "Die Zweiteilung zwischen Mann und Frau löst sich auf." "Ach", würde Loriot wahrscheinlich fragen. "Wirklich?"
Geld macht kreativ?
Die Wirtschaftswoche lehnt sich aus dem Fenster und suggeriert geplagten CEOs, dass es Hoffnung gäbe:
„Finanzielle Anreize machen Mitarbeiter kreativer“ http://www.wiwo.de/erfolg/management/incentives-finanzielle-anreize-machen-mitarbeiter-kreativer/11816322.html
Wenn es nur so einfach wäre. Dann brauchte Draghi ja nur noch ein bisschen mehr Euros zu drucken. Aber erstens ist es nur eine Studie (und es gibt hunderte andere), zweitens wurde nur ein einziges Unternehmen untersucht, dort allerdings 21 Führungskäfte und 121 Mitarbeiter, und drittens wurden die Mitarbeiter keineswegs „kreativer“. Sie lieferten nur 2 bis 3 Ideen mehr pro Jahr ab als Mitarbeiter, die nicht dafür belohnt wurden. Also: Wird Geld ausgelobt, machen Mitarbeiter das, was Geld bringt. Ob die Ideen wirklich kreativ waren, wurde nicht überprüft. Schade um die schöne Überschrift, liebe Wirtschaftswoche.
Freiheit braucht Pflege
„Mit der Freiheit ist es wie mit einem kleinen Pflänzchen.  Groß und stark wird es nur bei guter Pflege. Die Freiheit, die grundlegend für unser Leben ist, können wir nur erlangen, wenn wir uns jeden Tag um sie kümmern, wenn wir für uns und andere eintreten und unser Leben nicht Institutionen oder dem Staat überlassen, in der Hoffnung, dass dieser für unser Leben sorgen wird.
Auch ein goldener Käfig ist keine Freiheit. Es ist natürlich schwierig die Sicherheit des Käfigs aufzugeben für die Gefahren der Freiheit. Denn Freiheit bedeutet auch für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und dies nicht an andere, wer immer diese sein könnten, zu delegieren.
Es gibt ein Lied von Kris Kristofferson (am besten vielleicht in der Version von Janis Joplin), "Me and Bobby McGee" mit einer wunderschönen Aussage: "Freedom is just another word for nothing left to loose", Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Und wir haben alle so unendlich viel zu verlieren und verlieren deshalb die Freiheit immer wieder aus dem Auge.
Aber stimmt dies überhaupt so? Oder führt uns dieser Satz von Kristofferson in die Anarchie der reinen Egoisten? Die eigene Freiheit endet doch letztendlich dort wo die Freiheit eines anderen beginnt.“
In diesem Sinne kommentiert Dieter Scholl aus Karlsruhe  in seinem Blog aktuelle Ereignisse und denkt ab und zu über die Freiheit nach. Empfehlenswert: http://www.freiheitsauge.de
Th. Tiger
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Jorma Bork  / pixelio.de ID 597864



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