Blogs / 2015 / Mai

Der leise Tod des (Bar)Gelds



Roland Tichy erinnert daran, dass immer wieder im Gespräch ist, "die 500-€-Scheine abzuschaffen. Damit würden größere Bargeldbestände oder Zahlvorgänge erschwert; nur noch Taschengeld für Kleinstgeschäfte bliebe erhalten. Frankreich will ab Herbst Barzahlungen über 1.000 € verbieten; in vielen südeuropäischen Staaten ist das bereits der Fall. Beim Grenzübertritt sind nur noch Bargeld-Summen bis maximal 10.000 € erlaubt – und dieses faktische Bargeldverbot für größere Beträge wird an den Grenzen zur Schweiz vom Zoll ziemlich scharf kontrolliert. In Dänemark sollen keine frischen Banknoten mehr gedruckt werden – dann verrottet das Bargeld in kürzester Zeit. Generell macht sich als Krimineller verdächtig, wer noch größere Beträge bar bezahlt – Schwarzgeldverdacht. Bei Banken ist nur noch wenig Bargeld in den Kassen vorhanden – es wird zunehmend erschwert, Bargeld überhaupt noch zu erhalten.
http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/9-fakten-die-sie-zur-der-bargeld-abschaffung-wissen-muessen/#more-9522
http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/experten/roland-tichy

Tichy hat Recht.
Praktisch ist das Bargeld schon abgeschafft.
Von Politikern.
Die finden immer Ökonomen, die begründen, was gerade gebraucht wird.
Bofinger ist so ein Fall.
Der Jammer ist, dass eine konservative Regierung in Berlin, geführt für einer eigentlich bodenstämmigen Frau mit naturwissenschaftlicher Ausbildung diese schlimme Entwicklung vorwärts treibt.

Wer das Bargeld abschaffen will, der hat es bis zur Abschaffung des Geldes überhaupt nicht mehr weit. Carlos Gebauer schrieb http://www.make-love-not-law.com/aufsaetze/lenin.html:
"Allerdings befindet sich die Bundesrepublik bei diesem Versuch in wenig schmeichelhafter Gesellschaft. Genau der gleiche Gedanke von der Abschaffung des Geldes lag nämlich auch den politischen Aktionen der russischen Revolution zugrunde.

Der sogenannte Kriegskommunismus zwischen 1918 und 1921 zentralisierte die Produktion und Verteilung von Gütern vollständig. Privater Handel wurde verboten und das Geld abgeschafft. Landwirtschaftliche Erzeugnisse mußten bei staatlichen Stellen abgegeben werden. Von dort wurden sie nach Bedürfniskriterien verteilt. Um das Eintreiben der Lebensmittel sicherzustellen, setzte der Staat Beschaffungskommandos ein. Mit allgemeiner Arbeitspflicht versuchte er, die infolge abgeschafften Geldes fehlende individuelle Motivation zur Produktion zu ersetzen. Denn das Problem war schnell, daß Bauern, denen regelmäßig entschädigungslos ihre Ernte requiriert wurde, nicht mehr weiter anbauen wollten – wozu auch? Ihr persönlicher Bedarf wurde ja seinerseits durch Zuteilung gedeckt.

Erst nachdem buchstäblich Millionen Menschen verhungert waren, führte Lenin höchstselbst unter der Bezeichnung “Neue Ökonomische Politik” wieder marktwirtschaftliche Spielregeln – und insbesondere Geld als Steuerungsmechanismus der Güterverteilung – ein."
http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/experten/carlos-a-gebauer

"Wie Stourm, der Geschichtsschreiber der Finanzpolitik der französischen Revolution, treffend bemerkt, sind eben die wirtschaftlichen Reserven, die eine reiche und mächtige Nation im Laufe der Jahre aufgespeichert hat, so groß, dass auch die schlechteste Politik eine gewisse Zeit braucht, bis sie sie ganz und gar aufgezehrt hat." schrieb Ludwig Mises http://docs.mises.de/Mises/Mises_1920_11_17_NFP.pdf
"Die Inflation ist in Wahrheit die Ultima ratio aller Gewaltregierungen, welche die Freiheit des Wirtschaftslebens unterdrücken wollen. Wenn nun die Räteregierung jetzt daran geht, das Geld abzuschaffen, so tut sie dies wahrscheinlich gleichfalls nur unter dem Zwange der Verhältnisse."

H. Schmidt

Bild:
Wikimedia, Jonathan McIntosh, CC 3.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en



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