Blogs / 2015 / Mai

MITeinander oder GEGENeinander - Dienen Talkshows der Verständigung?



"Krieg ist Krieg ist dort, wo Menschengruppen einander fürchten oder hassen, wo Gegeneinander herrscht und nicht Miteinander." Clemens Schneider macht auf Frank Schäfflers Prometheusinstitut prometheusinstitut.de/wer-wirklich-den-2-weltkrieg-beendete/ darauf aufmerksam, dass der 8. Mai als Tag der Befreiung NICHT der Tag war, an dem der Krieg aufhörte. "Das liegt zum Teil daran, dass die Sieger auch alles andere als weiße Westen hatten: die pauschale Internierung von Japanern durch die US-Regierung, der Bombenterror über Dresden und vor allem Hiroshima und Nagasaki, ganz zu schweigen von dem verbrecherischen Regime Stalins, das dem Hitlers in Vielem verblüffend ähnelte. Das liegt aber auch daran, dass Krieg mehr ist als nur Kampfhandlungen – der auf den Zweiten Weltkrieg folgende Kalte Krieg hat das deutlich gezeigt. Krieg ist dort, wo Menschengruppen einander fürchten oder hassen, wo Gegeneinander herrscht und nicht Miteinander."

Das ist ein richtig starker Satz. Er trifft auf den Punkt. Wenn Menschen zusammenkommen und sich nicht aus dem Wege gehen können, dann gibt es tatsächlich nur ein MITeinander oder ein GEGENeinander. Leider spielen die Medien dabei nicht immer nur Ruhmesblätter aus. Sie fördern eher das gegenseitige Streiten, das Zanken, das Irren, das sture Beharren. Auch dann, wenn sie anschließend dem Zuschauer "Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten" wünschen.

Streit, und damit das GEGENeinander, gehört zum dramaturgischen Konzept dieser Sendungen. Als Katrin Bauerfeind am 25. April 2015 Anne Will assistierte, fand sie auf deren Moderationskarten vorbereitete Diskussionsteile "Streit". Denn ohne Streit keine Zuschauer, ohne Zuschauer keine Vertragsverlängerung, ohne Vertragsverlängerung keine Einnahmen. Die Will Media GmbH, Anne Wills eigene Produktionsfirma, hat nur ein Produkt: Jährlich ca. 45 Sendungen "Anne Will". Laut http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fernsehen/fernsehhonorare-wer-was-verdient-1593531.html erhält sie dafür 7,85 Millionen Jahreshonorar. Das sind knapp 175.000 Euro pro Sendung. Das würde sich manch darbende Fernsehproduktionsfirma gern mit heute noch unbekannten aber erstklassigen Moderatoren teilen. Da kann man auch auf Streit setzen. Selbst wenn man Verständigung predigt. Zum Nachhören: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=50858



Ihre Sicherheit und Privatsphäre im Internet sind uns wichtig! Es werden mittels des Einsatzes von Cookies keinerlei persönliche Daten gespeichert oder mit Dritten getauscht. Dennoch verwendet diese Website Cookies zur Steigerung von Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Falls Sie weiter lesen und unsere Website verwenden, stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu.

Schließen