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SCHAFFT DEN 1. MAI AB!



(Denn: An keinem anderen Tag wird soviel dummes Zeug geredet.)

Was war das doch mal für ein Event, der 1. Mai. Für die einen um Fahnen zu schwenken, zu johlen und sich zu besaufen. Für die anderen war das ein Grund, zur Kirschblüte ins Grüne zu fahren. Die haben sich dann abends vor der Glotze über die Klassenkampfparolen der Linken und Gewerkschafter geärgert und zum Trost ein Extra-Fläschchen Wein aufgemacht.

Aber, das war einmal. Die Mitgliederzahl der Gewerkschaften ist geschrumpft und die Anzahl der 1.Mai-Genossen bei den Kundgebungen muss pressewirksam geschönt werden. Die DDR-Kampfmusik auf den Bühnen begeistert nur noch betagte Kämpen mit ihren Rollatoren und die Mairedner recyclen aus den Archiven stammende Parolen. Hier und da werden ein paar einstudierte knackige Sätze für die Medien ins Mikrofon geschmettert. Doch die klischeehaften Sprüche über die schlimmen Arbeitgeber finden immer weniger Fans. Kein Wunder, die Leute können selbst differenzieren, auf Phrasen dreschen und Plattitüden verzichten. Sie unterscheiden treffsicher zwischen den Großkonzernen, in denen per Mitbestimmung die Gewerkschaftsbosse mächtige und hervorragend dotierte Aufsichtsratsposten bekleiden. Alles, was dort über „die Wirtschaft“ mit ihren Millionengehältern und dem Missmanagement getönt wird (Beispiel Middelhoff) haben sie ja selbst mit zu verantworten. Dagegen sagen 96% der von FORSA befragten Deutschen, dass es wichtig sei, die durch Familienunternehmer geprägte Wirtschaftsstruktur zu erhalten.

Weiterhin geben 70% an, dass sie die Erbschaftssteuer als großen Wettbewerbsnachteil für Familienunternehmer sehen, da die Konzerne nicht damit belastet würden. Nach einer Befragung der Bertelsmann Stiftung und der GfK sind 78% mit Ihrem Boss zufrieden, beschreiben ihn als fair und verantwortungsbewusst, bei den unter 29-jährigen sind es sogar 83%. Das ist alles andere als ein Nährboden für Kampfparolen aus der Mottenkiste.

Hinter den Kulissen zerlegt sich die Gewerkschaftsbewegung selbst, Lokführer gegen die Eisenbahnergewerkschaft, Verdi gegen Beamtenbund, kleine gegen große Gewerkschaften. Angesichts der vielen internen Konflikte verharren die von alltäglichen Streiks gebeutelten Bürger fassungslos und sehen zurecht den 1. Mai als Relikt der Vergangenheit, ähnlich der Telefonzelle. Tschüss, 1. Mai!

https://reitenderbote.wordpress.com/



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