Blogs / 2015 / Mai

Ukrainische Denkfehler



Im sogenannten BUDAPESTER MEMORANDUM verpflichteten sich im Jahr 1994 Großbritannien, die USA und Russland – > die Ukraine im Angriffsfall zu verteidigen. Dafür musste die Ukraine nach dem Zerfall der Sowjetunion alle Atomsprengköpfe der ehemaligen UdSSR an Russland abgeben. Die Regierung in Kiew behielt lediglich die überalterten russischen Waffensysteme – > wie zum Beispiel marode russische Kampfpanzer, Schützenpanzer, Lastwagen und Infanteriewaffen. Nachdem man schon zu Zeiten der UdSSR die ukrainische Armee kaputt gespart hatte, kam nach dem Zerfall der Sowjetunion auch noch die galoppierende Korruption einiger hohen Offiziere hinzu. Nach der jahrzehntelangen Mangelverwaltung folgte nun noch der Ausverkauf der ukrainischen Waffensysteme. Was man zu GELD machen konnte – > dass wanderte in alle damaligen Krisengebiete ab.

Quasi zu Discount-Preisen.

Militär-Manöver waren die absolute Ausnahme in der Ukraine – > weil sie zu TEUER waren! Aber wozu brauchte die Regierung in Kiew noch eine intakte Verteidigungsarmee? Man hatte doch vermeintlich mit dem sogenannten

BUDAPESTER MEMORANDUM

3 angeblich potente und loyale Schutzmächte. Ergo – > konnten die „neuen“ politischen Führer der Ukraine ein valides Konzept zur Selbstverteidigung vernachlässigen. Der damalige Übergangspräsident der Ukraine – > Olexandr Walentynowytsch Turtschynow – > forderte zwar halbherzig eine Bestandsaufnahme der ukrainischen Armee und war danach bis ins Mark geschockt. Die meisten Armee-Einheiten existierten nur noch auf dem Papier. Viele Bataillonskommandeure saßen EINSAM und VERLASSEN in den verrotteten Kasernen. Man simulierte also „nur noch“ eine intakte ukrainische Armee. Turtschynow und seine politischen Mitstreiter waren überrascht – > denn die Personalstärke der gesamten ukrainischen Streitkräfte betrug geschätzte 6.000 bis 8.000 Soldaten. Genaue Zahlen konnten nicht ermittelt werden. Das Militärbudget versickerte in diversen dunklen Kanälen. Viele ukrainische Stabsoffiziere und Generäle missbrauchten die total kaputte Armee zur eigenen Bereicherung. Sie betrieben bereits zu Zeiten der UdSSR den Niedergang der ukrainischen Armee. Da wirkte das

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wie eine Massen-Sedierung für das ukrainische Volk.

Quasi eine politische Beruhigungspille ohne jede Wirkung.

Der DRSB hat damals sehr ausführlich darüber berichtet und auf die latent „schlummernden“ Gefahren aufmerksam gemacht. Und der DRSB benannte konkret nachvollziehbare Fakten. Die britische Armee war zwar siegreich auf den Falkland-Inseln- > doch hätten die Kämpfe mit den Argentiniern nur 6 Tage länger gedauert – > dann wären die BRITEN an einer unausweichlichen Kapitulation ihrer Truppen gescheitert. Im

Jubel des Sieges wurde dieses Versagen der britischen Armee vertuscht.

Bis heute sind nur wenige kleinere britische Einheiten in der Lage, noch entscheidend in militärische Konflikte einzugreifen. Die Leistungsfähigkeit wurde bereits im Falkland-Krieg ganz erheblich überdehnt. Der Kosovo-Konflikt und die Militärabenteuer in Afghanistan haben quasi die medial aufgepumpten militärischen Fähigkeiten der britischen Armee auf den NULL-PUNKT reduziert. Genau das Gleiches trifft auf die Armeen von Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien und Italien zu. Die deutsche Bundeswehr hat ihre Verteidigungsmöglichkeiten am Hindukusch eingebüßt.

Diese NATO-Partner sind also „rein“ militärisch betrachtet ein Totalausfall.

Und bekanntlich wurden die Polen stets von allen feindlichen Armeen überlaufen. Diese historische Tatsache lässt sich – > auch medial mit der besten und genialsten Wahrnehmungssteuerungen – > nicht mehr beschönigen. Die USA versuchen verzweifelt, die explodierenden Kosten für die aufgeblasene Mammut-Armee in den Griff zu bekommen. Wo immer es möglich erscheint, werden sehr konsequent Kosten reduziert. Deshalb hat man einen politischen Scherbenhaufen im Irak sowie in Nordafrika und im Nahen Osten hinterlassen. US-Präsident Obama warnt zwar eindringlich vor den radikalen und unmenschlichen Zielen der ISIS-Bewegung – > aber Washington fehlt das nötige Geld zum militärischen Eingreifen. Das REICH DES BÖSEN bleibt eine rhetorisch invalide Mahnung – > denn die USA haben weder einen politischen noch militärischen Ausweg aus der Spirale der Gewalt im NAHEN und MITTLEREN OSTEN! Bei John Kerry sucht man völlig vergeblich nach sinnvollen Ansätzen für eine nutzmehrende oder sogar kluge ANTI-TERROR-POLITIK.

In Washington wird das ISIS-Phänomen nicht verstanden.

Ergo – > kann man diese totalitäre Ideologie weder mit Waffengewalt noch mit politischen Mitteln besiegen. Obama und seine Sicherheitsberater werden vermutlich lediglich von kruden Wahnvorstellungen geleitet. Barack Obama und den USA fehlt noch immer eine politisch überzeugende Strategie. Das ständige taktische HERUMEIERN in Washington schafft immer nur neue undurchsichtige Krisenherde.

Und darauf sollte die Ukraine ihre Zukunft bauen?

Der russische Betäubungsschuss auf der Krim zeigte der REST-UKRAINE, den USA sowie den NATO-PARTNERN, wie viel Substanz für politische Sicherheit im sogenannten

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tatsächlich steckt. Kritisch durchleuchtet, absolut nicht das GERINGSTE! Weder Washington, London, Paris, Madrid, Rom oder Berlin sind in der Lagen der REST-UKRAINE Schutz zu bieten. Die ost-ukrainischen Freiheitskämpfer haben die hastig aufgestellten Freiwilligenbataillone aus Kiew in die Flucht geschlagen. Und höchstwahrscheinlich mit russischer Militär-Hilfe teilweise völlig aufgerieben. Ängstlich und verstört sitzen die Soldaten der versprengten ukrainischen Armee in verdreckten und verlausten Kellerlöchern und hoffen darauf – > dass man den nächsten Tag noch erleben darf. Schlecht ausgerüstet, miserabel verpflegt und improvisiert ausgebildet, ist dieser traurige militärische Haufen sich selbst überlassen. Die Mitgliedsstaaten aus dem Kunstgebilde der EU sowie aus der NATO – > können und wollen – > nicht militärisch eingreifen. Eine systematische Unterstützung von Kiew beschränkt sich hauptsächlich auf verbales Heißluftpumpen. Für die verlorenen oder zerstörten Waffensysteme der Rest-Ukraine gibt es aus EU und NATO keinen Ersatz. Zerschossene Kampf- oder Schützenpanzer können nicht mehr repariert werden. Lediglich die USA liefern – > jedoch mit stark gebremstem Eifer – > ausrangierte Panzerfahrzeuge, Infanteriewaffen und gebrauchte ältere Nachtsichtgeräte. Niemand weiss in Washington – > ob und wann – > die Rest-Ukraine solche Lieferungen noch bezahlen kann. Eine sogenannte strategische Partnerschaft beschränkt sich derzeit auf die Sendung von britischen und nordamerikanischen Militärberatern zur besseren Ausbildung der hastig einberufenen wehrpflichtigen Soldaten. Viele der einberufenen Männer sind ausgebrannte Veteranen aus dem Krieg in Afghanistan. Einige haben das Rentenalter bereits überschritten.

So sieht die Realität in der Rest-Ukraine aus!

Hier helfen keine hinterlistigen Wahrheitsverdrehungen, haarsträubenden Lügengeschichten oder mediale Wahrnehmungssteuerungen mehr. Denn die meisten Einberufungsbescheide aus Kiew werden in der Bevölkerung ignoriert.

Niemand möchte noch an der Front sterben.

Die Armee der Rest-Ukraine ist am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Die Verteidigung der Rest-Ukraine ist zum Albtraum in Kiew geworden. Die von nordamerikanischen NGOs angezettelte, gesteuerte und bezahlte – > vermeintlich – > demokratische Revolution in der Ukraine ist gescheitert. Eine NATO-OST-ERWEITERUNG in der Ukraine ist genau so illusorisch wie die Aufnahme der Rest-Ukraine in das dahinsiechende Kunstgebilde der EU. Die nackte Wirklichkeit hat die USA und die Mitgliedsstaaten in EU und NATO überrannt. Immer mehr Ukrainer fühlen sich vom „so“ dargestellten WESTEN im Stich gelassen. Täglich entzaubert man in der Rest-Ukraine den schwachsinnigen Budenzauber der USA!

Man zahlt einen hohen Preis für den ungebremsten Imperialismus der USA!

Deshalb rücken die Fragen in den Brennpunkt:

Wie gefährlich und mächtig ist Russland tatsächlich?

Wirkt die US-Massen-Sedierung für Deutschland und die EU vergleichbar?

Denn in einem bedrohlichen militärischen Krisenfall wird man US-Truppen kaum noch sicher in England oder auf dem europäischen Festland landen können. Selbst US-Basen – > wie zum Beispiel Ramstein in Deutschland oder Incirlik in der Türkei – > werden höchstwahrscheinlich frühzeitig ausgeschaltet. Davon sind Militärfachleute überzeugt. Der Mythos

REFORGER

[ Return Forces to Germany ]

taugt nur noch für die Geschichtsbücher. Militärisch sind solche obsoleten Szenarien für US-Kriegsabenteuer in Europa vollkommen überholt. Machen wir also in Berlin, Paris, Rom, Madrid sowie in London und Brüssel die gleichen

ukrainischen Denkfehler – >

wie die politischen US-Marionetten in Kiew? Klar und nüchtern betrachtet müssten Realisten diese Frage ohne zu zögern mit einem eindeutigen

JA

beantworten. Denn eine überzeugende politische Strategie für unsere Sicherheit haben weder Obama, Merkel, Cameron noch Hollande oder Juncker. Sollte uns so etwas nicht in SCHRECKEN versetzen und zum sofortigen Nachdenken anregen?


Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.
drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de
http://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de

Bild: Wikimedia, Sven, GFDL



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