Aufgespürt 15/2: Trocken, rauchfrei und Gott im Computer


Erdogan legt Istanbul trocken
Bei Erdogan, dem starken Türkeb, ist es seit dem 9. September 2013 verboten, auf öffentlichen Plätzen und in Parks der Türkei Alkohol zu trinken. Der Steuersatz auf Bier stieg in den vergangenen 13 Jahren von 18 Prozent auf mehr als 60 Prozent. Zwischen 22 Uhr und sechs Uhr morgens ist der Alkoholverkauf sogar komplett verboten. Das legendäre, eher unislamische Istanbuler Nachtleben muss ohne oder mit viel weniger Alkohol auskommen. "Wie Erdogan die Partystadt Istanbul trockenlegt" überschreibt die WELT einen Beitrag. Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP vor, die schleichende Islamisierung der Türkei vorzubereiten. Der Säkularismus, die strikte Trennung von Staat und Religion, seit der Staatsgründung von 1923 in der Verfassung verankert, werde durch solche Gesetze ausgehebelt, so die sozialdemokratische und westlich orientierte Oppositionspartei CHP.
http://www.welt.de/politik/ausland/article141719420/Wie-Erdogan-die-Partystadt-Istanbul-trockenlegt.html
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article141723555/Nur-in-den-Vierteln-der-Opposition-fliesst-reichlich-Raki.html
Peking qualmt auf dem Klo
Ab heute will Peking rauchfrei sein. Das wird nicht einfach. Die Tabakmonopolbehörde, die die Rauchverbote überwachen soll, regelt auch das große Geschäft mit dem Rauchen. Sie ist eng verknüpft mit dem größten Zigarettenhersteller der Welt, China National. Die Tabakfirma brachte der Regierung allein im Jahr 2012 717 Milliarden Yuan (etwa 100 Milliarden Euro) ein, das sind immerhin sieben Prozent der Staatseinnahmen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-rauchverbot-in-peking-ab-montag-a-1036428.html
Gott im Computer
ZEIT-Gespräch mit dem Philosophen Wilhelm Schmid über Inspiration, Ideen, den Heiligen Geist und die schöpferische Kraft der Sexualität:
...
ZEIT: Die Jungen suchen Gott im Computer?
Schmid: Nein, sie erleben dort Unendlichkeit. Denn das Internet vermittelt mehr als jeder andere menschengemachte Raum diesen Eindruck. Man kann dafür auch in die Kirche gehen, aber junge Menschen gehen lieber ins Netz.
ZEIT: Der Ort des Geschwätzes als Ort der Transzendenz?
Schmid: Natürlich. Sie können dort endlos schwatzen, endlos suchen. Sie kommen nie an Grenzen. ... Es ist höchst schöpferisch, wenn man aus unendlich vielen Möglichkeiten Inspiration schöpfen will. Der Heilige Geist weht heute nicht mehr im Himmel, sondern in Kalifornien.
ZEIT: Im Silicon Valley?
Schmid: Ja, dort kommen dauernd neue Ideen.
Th. Tiger
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Bild: Jorma Bork  / pixelio.de ID 597864



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