Erfolg braucht Raum - Plädoyer für eine neue emotionale Bürokultur


Was motiviert deutsche Arbeitnehmer? Diese Frage ist nicht nur „Dauerbrenner“ in Chefetagen kleiner bis großer Unternehmen, sondern auch Kernthema der aktuellen Studie „Arbeitsmotivation 2015“ der ManpowerGroup. In die Top Ten der motivierendsten Faktoren wählten die über 1.000 Befragten auch eine ansprechende Raumgestaltung, Pflanzen im Büro und zeitgemäßes Mobiliar am Arbeitsplatz. Ein Ergebnis, das Gaby Jansen kein bisschen überrascht. Die Expertin für Mitarbeitergewinnung und -bindung mit dem Schwerpunkt „Wohlfühlfaktor Arbeitsplatz“ plädiert schon lange für eine emotionalere Bürokultur, die den optimalen Raum für motiviertere und damit erfolgreichere Mitarbeiter schafft.Kein Klischee sondern leider nach wie vor traurige Realität an vielen deutschen Schreibtischen ist der typische „Bürolook“: Unpersönlich und meist trist gestaltete Räume, in denen allein Funktionalität den Ton angibt. Und dieser variiert noch dazu gerne zwischen maus- und staubgrau. Aber auch ein anderes Extrem taucht immer häufiger auf. „Arbeitswelten“, die eher einem überdimensionalen Kinderland gleichen, in dem Möbelhausbesucher gerne ihren Nachwuchs abgeben. Besonders beliebt ist dieser neue Infantilismus in puncto Büroeinrichtung bei Unternehmen der klassischen Startup-Branchen, die auf diese Weise vor allem ihr innovatives Image unterstreichen wollen.Denn: Der Mensch hinter dem Schreibtisch steht in beiden Fällen eher selten im Fokus, geschweige denn seine Bedürfnisse, sagt Raumgestalterin und Marketingprofi Gaby Jansen und sieht in dieser Tatsache auch einen gewichtigen Grund für allgegenwärtige Personalprobleme wie die innere Kündigung von Arbeitnehmern, hohe Krankenstände oder eine generell sinkende Loyalität von Angestellten gegenüber ihrem Unternehmen.Dabei könnte die richtige Raumgestaltung exakt das Gegenteil bewirken und Unternehmen sozusagen in die Hände spielen. Eine optimale Arbeitsatmosphäre kann nicht nur gesündere, sondern auch kreativere, motiviertere und erfolgreichere Mitarbeiter hervorbringen, ist Jansen überzeugt. Noch dazu sieht sie in Räumen das ideale Medium, um Unternehmenskultur sprichwörtlich bis in jeden Winkel und an jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kommunizieren.Bleibt nur die Frage nach dem Wie. Für Gaby Jansen ist die Antwort darauf ganz einfach: „Bei allen Theorien und innovativen Ansätzen über das Büro der Zukunft sollte vor allem der Mensch im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter sind die entscheidenden Parameter, um eine wirkliche Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.“Wie das konkret in der Praxis aussieht, weiß die Expertin für Home Staging und Redesign ebenfalls und empfiehlt ihren Kunden immer erst einmal ein paar grundlegende Arbeitsplatzoptimierungen:·           Damit Mitarbeiter hellwach bleiben, sollten mehrere Lichtquellen im gesamten Raum verteilt leuchten. Der Wechsel von direkter und indirekter, tageslichtähnlicher Beleuchtung macht gute Laune. ·           In vielen Büros ist es den Mitarbeitern schlicht und ergreifend zu laut und die Konzentration leidet. Die Lösung? Geräuschkulissen reduzieren. Auch mit Akustik-Bildern oder Deckensegeln als schallschluckende Elemente oder mobilen Grünwänden lassen sich Produktivitätssteigerungen von bis zu 30 Prozent erzielen. Eine Wohltat für Auge und Ohr und nachweislich konzentrationsfördernd.·           Farben habe eine enorme stimmungsbildende Wirkung, was nicht nur dem Wohlbefinden dient, sondern auch verkaufsfördernd wirken kann. Die animierende Wirkung von Farben lässt sich also nutzen, um Räume frisch oder beruhigend zu gestalten, je nachdem welche Wirkung erzielt werden soll. Abgestimmt auf die Firmenfarben wird so außerdem die die Gesamtwahrnehmung eines Unternehmens positiv unterstützt.·           Ein oft unterschätzter Klassiker unter den Motivationstools: Außergewöhnlich guter Kaffee, frisches  Obst und individuelle Entspannungsmöglichkeiten für notwendige Pausen. Diese Maßnahmen erhöhen nachweislich die Zufriedenheit und Treue der Mitarbeiter.·           Am wohlsten fühlen sich Mitarbeiter, wenn sie je nach Aufgabe einen Arbeitsbereich auswählen können, so dass sie frei zwischen freundlich wirkenden Bereichen für lockeren Austausch und kurze Feedbacks, gemütlichen Teamarbeitsplätzen für die Ideenfindung und entspannenden Rückzugsräumen für konzentriertes Arbeiten switchen können. Klingt vielleicht im ersten Moment kompliziert, aber es lohnt sich, eine Bürostruktur danach auszurichten. Eine solche Aufteilung macht die einzelnen Mitarbeiter (nicht nur im Kopf) beweglicher, zufriedener, wirkt sich ökonomisch positiv aus und kann eigentlich in jedem Büro umgesetzt werden. So wird der Arbeitsplatz deutlich aufgewertet und zu einem Ort der Begegnung und des sozialen Netzwerkens.



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