LeFloid – Frau Merkel und Zielgruppen



Ich kannte LeFloid bisher nur von unseren Kindern. Im Vorfeld des Interviews im Kanzleramt, hatte ich mir dann natürlich einige Youtube Videos angesehen.

Meine Erwartungen an diesen Versuch sind nicht enttäuscht worden – ich hatte einfach keine.

Aber ich war neugierig.

Jetzt versuchen wir mal zusammenzubringen was zusammen gehört.

LeFloid ist ein YouTube-Star und seine Zielgruppe liegt deutlich unter der 30 – Jahre Grenze. Wenn man jetzt mal die Statistiken aus Deutschland bemüht, dann wird relativ schnell klar, das bei einem durchschnittlichen Interesse an Politik bei der Altersklasse bis 29 Jahre – von ca. 7 % – keine relevante Zielgruppe für Interviews mit der amtierenden Bundeskanzlerin – bei den Follower & Fans von LeFloid vorhanden ist.

Und die anderen 93 % wollen wahrscheinlich eine andere Art des Dialogs.

Eigentlich hatte er von Anfang an keine große Chance unterhaltsam & erfolgreich zu sein.

Er wird es verkraften und seine wirkliche Zielgruppe auch.

LeFloid hat sich tapfer geschlagen aber die Möglichkeiten nicht genutzt. Aber wer bewertet solch ein Interview?

Die Medien?

Klar das ein nicht ganz objektives Urteil dabei rauskommt. Geht es doch um Besitzstandswahrung. Online “klaut” den Medien Tag für Tag – die Zielgruppen. Wer mal ein journalistisches Studium abgeschlossen hat, kann solche Gespräche bestimmt anders & besser führen. Aber genau das war ja bei vielen die Hoffnung, dass dieses Gespräch zwischen LeFloid und der Bundeskanzlerin origineller werden könnte.

Heute habe ich im Netz gelesen, dass Kai Dickmann noch jünger als LeFloid war, als er sein erstes Interview mit Helmut Kohl führen konnte. Aber er hatte eine journalistische Ausbildung und war bei einer Zeitung angestellt.

Warum hat sich LeFloid zum Beispiel auf die Kampagne #gutleben.de eingeschossen? Das war vielleicht nicht zielgruppenorientiert.

Sie sprachen über das Freihandelsabkommen, dem einheitlichen Abitur, der NSA-Affäre und über Diskriminierung. Nicht das dies alles relevante Themen für uns sind. Aber darüber können wir jeden Tag den Standpunkt der Bundesregierung in allen Medien lesen.

Warum hat er nicht mit Frau Merkel ein Gespräch über #Minecraft und seine Folgen für die Jugend und Kinder begonnen? Es gäbe so viele Fragen, die in den bisher ausgestrahlten Interviews mit Frau Merkel und anderen Politikern noch nicht gestellt worden sind. Hier gab es jetzt eine echte Chance, die leider vertan wurde.

LeFloid war eine Gelegenheit, die es sobald wohl nicht wieder geben wird.

Die Journalisten werden sich freuen. Alle Angst war umsonst.

Resümee: Bei diesem Versuch sollte eine andere Zielgruppe angesprochen werden. Die waren erst gar nicht ON oder gelangweilt.



Schade.




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