Man hat gewählt!


Die Griechen hatten am Sonntag gewählt. Man konnte zwischenNEIN und JA
wählen – > obwohl ein NEIN oder JA zur Sparpolitik der Geldgeber eigentlich keinen tieferen Sinn mehr besaß. Alle Vereinbarungen waren abgelaufen – > so dass ein NEIN oder JA nur einen symbolischen Wert hatte. Gekämpft haben beide Parteien tapfer und ausdauernd. Die NEIN-Sager und Befürworter der Regierungspolitik sprachen vor allem die explodierende Kinder-, Alters- und Flächenarmut, soziale Not sowie den fortschreitenden Zerfall des Gesundheitssystems und die Arbeitslosigkeit an. Die JA-Sager sahen in einem NEIN eine sofortige Isolation Griechenlands und eine Perspektivlosigkeit des Landes im Kunstgebilde der EU. Beide Parteien vermieden es jedoch, ein Kernthema zu vertiefen – > dass nämlich IWF, EZB und insbesondere die EU die Konsequenzen der Sparpolitik für Griechenland und die Griechen vollkommen unterschätzt haben. Besonders die verantwortlichen Politiker in Brüssel nahmen sehend und wissend in Kauf – > dass immer größere Teile der griechischen Bevölkerung in die Verelendung gestoßen wurden. Mit jeder sogenannten Rettungs- oder Stabilisierungszahlung – > vom IWF, von der EZB oder von der EU – > wächst die soziale Ungerechtigkeit im Land der Hellenen. Soziale Massenausgrenzungen [ Exklusionen ] und gesellschaftliche Entflechtungen [ Segregationen ] haben bereits zu Resignations-, Depressions- und Suizidwellen in Griechenland geführt. Besonders abhängig Beschäftigte, Arbeitslose, Billig-Löhner, aktuelle Rentenbezieher sowie immer mehr Selbständige verlieren die Hoffnung auf Besserung. Man fühlt sich durch den IWF, die EZB und die EU ins Sklaventum der Antike zurückversetzt.Echte und greifbare europäische Solidarität sieht deshalb anders aus!
Denn Griechenland und die Griechen steuern seit der Einführung des Euro auf einen direkten Kurs in die DRITTE WELT. Hat man diese Entwicklung nicht realisiert – > oder wollte man sie in Brüssel, Paris oder Berlin nicht wahr haben? Das dahinsiechende Kunstgebilde der EU hat dieDRITTE WELT
mit Griechenland bereits schon lange im eigenen Haus. Daran werden auch in Zukunft weitere Milliarden Euro-Zahlungen an Athen nichts ändern. Es stehen geschätzte 50 bis 80 Milliarden Euro im Raum. Erst – > wenn man beim IWF, in der EZB sowie in Brüssel damit aufhört, ständig nur davon zu reden – > dass die Griechen FAUL sind und über ihre VERHÄLTNISSE leben – > wird man das Wahlergebnis besser verstehen können.Hätte die Rückkehr zur Drachme eine Perspektive?
Glaubt man den EU-Statistiken – > so muss schon jeder fünfte Grieche auf grundlegende Dinge des täglichen Lebens verzichten. Selbst Seife, Zahncreme, täglich frisches Wasser, Grundnahrungsmittel und regelmäßig Strom werden bereits zum Luxus für viele Griechen.Nur ein unerklärbares griechisches Phänomen?
Fakt ist – > dass auch noch nach der gestrigen Wahl eine rasante Zunahme der kollektiven Armut unvermeidbar erscheint – > denn die Volkswirtschaft der Griechen liegt am Boden. Allerorten sind wachsende Passivität, explodierende Depressionen und völlige Resignation zu beobachten. Solch extrem starken sozialen Verwerfungen machen Griechenland auf keinen Fall sicherer, stabiler oder sogar zukunftsfähiger. Die Folgen von Resignation, anhaltender Perspektivlosigkeit und Depression müssten eigentlich in den USA und in Europa bestens bekannt sein. Das gierige Agieren der reichen und wohlhabenden Griechen verschärft die Gesamtlage und stiftet sozialen Unfrieden. Massenhaft Geld in Sicherheit bringen ist keine Lösung. Nach der Wahl kriechen nun die BESSERWISSER aus ihren Deckungslöchern und argumentieren – > dass das Wahlergebnis Griechenland trotzdem in eine noch tiefere Krise stürzen könnte. Denn – > welche Regierung in Athen auch immer das SAGEN haben wird – > Griechenland kann die aufgelaufene Schuldenlast auf Dauer ganz sicherlich nicht bedienen. Nur wenn es bald wieder gelingt, das Wachstum der griechischen Wirtschaft zu beleben – > dann besteht die realistische Chance, eine allgemeine Aufbruch- und Aufschwungstimmung zu erzeugen.Die geforderte Sparpolitik von IWF, EZB und EU sind dafür denkbar ungeeignet.
Damit hat man das Land und seine Bevölkerung bis heute systematisch zerstört. Der von einigen EU-Politikern geforderte Rücktritt der griechischen Regierung oder Neuwahlen werden die Gesamtlage von Griechenland nicht verändern. Denn mögliche Verhandlungen mit neuen Politikern in Athen laufen lediglich auf ein neue Rettungs- und Hilfsprogramme hinaus.Dem Armenhaus Europas und der griechischen Bevölkerung ist damit nicht geholfen.
Nach der Wahl am Sonntag geht doch heute schon das ganze Gezerre und Herumlamentieren wieder von vorne los. Was letztendlich bleibt – > ist die Tatsache – > dass Griechenland ein strategisch wichtiges Land für Europa ist und bleibt. Doch ist nach der gestrigen Wahl ein Abwandern in andere politische Lager verhindert worden?Oder – > sieht es in den anderen Mitgliedsstaaten im Kunstgebilde der EU sehr viel anders aus?Explodierende Kinder-, Alters- und Flächenarmut, massenhaft Billiglöhner sowie Arbeitslosigkeit gibt es überall in der dahinsiechenden EU.So etwas ist auch in unserer Heimat zu beobachten.
Man muss nur genau hinschauen. Trotzdem verdrängt man in der sogenannten GroKo in Berlin die ablaufenden Szenarien im eigenen Land. Wer einmal einen kurzen Blick in den Koalitionsvertrag von CDU / CSU und SPD wirft – > ein Machwerk auf 185 Seiten – > wird womöglich völlig überrascht feststellen – > dass die klar erkennbare Entwicklung oder Bekämpfung von Kinder-, Alters- oder Flächenarmut gar nicht darin vorkommen. Man kann den griechischen Ministerpräsident Tsipras ABLEHNEN oder MÖGEN – > der verzweifelte sowie unsinnige Kampf unserer vermeintlichen Volksvertreter um das Überleben des Euro und der EU kennt jetzt schon nur noch einen Verlierer:Alle Menschen im dahinsiechenden Kunstgebilde der EU!Auch sie hatten die Wahl!Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V. drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.dehttp://www.deutscher-rentenschutzbund-ev.de
zum Bild: Greece's recent debt history, between 1999 and 2010
(Quelle: Wikimedia, Philly boy92, CC BY-SA 3.0)



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