Joint Future Work und Digitalisierung: Die Chance für den demographischen Wandel nutzen – Umsetzungsgedanken



Joint Future Work [1] und Digitalisierung: Die Chance für den demographischen Wandel nutzen – Gedanken zur Umsetzung


Deutschland ist eine Angstgesellschaft. Angst, dass sich was verändert und damit Angst, etwas zu verlieren. Das prägt unser Handeln und unser Denken. Darum werden Innovationen auch nur zögernd angenommen und gern auch vor uns hingeschoben.

Das geht jetzt aus zwei Gründen nicht mehr. Der demographische Wandel wird kommen. Er ist nicht aufzuhalten. Und die Digitalisierung wird sich durchsetzen. Nicht weil sie trendy ist, sondern sie die IT-technische, logische und evolutionäre Weiterentwicklung der Globalisierung darstellt.

Und da das so ist, kommen schon jetzt die ersten “Propheten” und signalisieren den Verlust von 5 bis 7,5 Millionen Arbeitsplätzen durch eben diese Digitalisierung. In den USA soll sogar ein großer zweistelliger Millionenverlust von Arbeitsplätzen absehbar sein. Und ein Analyst der Deutschen Bank in New York prophezeit sogar eine neue Klasse von Arbeiter, die als unterster Qualifikationslevel den Maschinen zuarbeiten. Ähnlich Charlie Chaplin im Film “Moderne Zeiten”.


Das mag so stimmen. Vermutlich wird das auch so eintreffen. In 15 bis 30 Jahren…

Und das ist ein Aspekt, der – zumindest hier in Deutschland und Österreich – ganz hervorragend passt!! Das korrespondiert nämlich mit dem demographischen Wandel, der im Jahre 2055/60 einen FEHLBEDARF von 15 (fünfzehn!) Millionen Arbeitskräften ausweist. Da muss die Digitalisierung dann ganz ordentlich flächendeckend greifen, dass das aufgefangen werden kann. Denn, und das ist ein wunder Punkt, das Statistische Bundesamt war für die Voraussage recht zuversichtlich, was die Geburtenrate anging. Daher ist die Flut der sogenannten Visionäre nun auch groß, die nun aus den Löchern kommt und die schöne neue Welt aufführt. Visionen von neuen Berufsbildern, die unsere Gesellschaft verändern und eine Future Work – die Arbeitswelt der Zukunft – prägen, die sich schon bald völlig von der uns bekannten unterscheiden wird.

Das wird so schnell nicht gehen. Doch der Druck sich verändern und weiterentwickeln zu müssen, wird drastisch steigen, denn er wird vor allem aus den Schwellenländern kommen, die hier eine echte Chance haben, schnell aufzuholen – wenn die bisher führenden Industrienationen zögern.

Das wird in Frankreich und England mit Sicherheit jetzt schon die Gewerkschaften auf den Plan rufen, die ihr Klientel vor Arbeitsplatzverlusten schützen wollen und so wieder notwendige Veränderungen blockieren, die sie im globalisierten Umfeld kaum verhindern können. Natürlich wird das auch deutsche Gewerkschaften interessieren. Bis sie die Digitalisierung als DIE Chance begreifen, genau das zu verhindern, was ursächlich wieder zum Widerstand treibt; die Aussicht Arbeitsplätze zu verlieren.


Warum ist das in Deutschland anders und warum geht es nicht sofort?

Das Problem liegt auf der Zeitachse. Der demographische Wandel macht eines absolut notwendig, und hier scheitern zunächst die meisten Visionen der Experten, dass volkswirtschaftlich die Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge erst sehr spät erfolgen kann, da sonst die Sozialkassen kollabieren und der soziale Frieden gefährdet ist. Rente mit 67 war keine nette Idee. Sie ist eine Notwendigkeit. Auch unter dem Aspekt des Fachkräftemangels [2]…

Also korrespondiert eine sofortige Umsetzung der Digitalisierung zunächst einmal unter dieser Prämisse. Sie MUSS, nicht sollte, die alternden Belegschaften dabei unterstützen, ihre Produktivität erhalten zu können. Ein Aspekt, der schon jetzt zum Tragen kommt.

Dann muss der Change sukzessive, aber in kurzen Steps, dahingehend erfolgen, dass die Digitalisierung einhergeht mit einer Umschulung bzw. Weiterbildung vorhandener Arbeitskräfte, um sie fit für das zu machen, was dann in 15 Jahren die Industrie braucht: einen weit höheren Anteil an IT-Personal am Gesamtarbeitsmarkt.

Die BITKOM hat Anfang des Jahres schon einen Stellenfehl von 40.000 IT-lern ausgewiesen und einen 30% höheren Gesamtbedarf an IT-Experten prognostiziert. Dabei war so etwas wie steigende Auswanderungszahlen und die vorgezogene Rente von 300.000 Mitarbeitern, vornehmlich aus dem MINT-Bereichen, nicht mit eingeplant. Es ist also ein versteckter, weit höherer Bedarf zu erkennen [3]. Und da es anders als in den 80ern nicht mehr reicht “IT” schreiben zu können, um einsetzbar zu sein, brauchen wir gute Leute. Und die müssen ausgebildet werden. Für Jobs, die gerade in der IT immer diversifizierter sind und werden.

Wenn sich also Berufsbilder wandeln, so der allgemeine Sprachgebrauch der Visionäre, dann denken sie nicht daran diese im Aufbau, dem Support und der Weiterentwicklung der notwendigen Strukturen zu sehen, sondern meist an dem Ende anzufangen, das wir wahrnehmen können. Den Services, der Dienstleistung, der Möglichkeit und der Verbesserung etwas anzubieten oder zu bekommen.

Doch dies erst möglich zu machen, ist die große Herausforderung und die bedarf der nun umfassenden Gestaltung durch die Unternehmen. Diese wird neben den Bereichen, wo einfache Arbeit wegfallen wird, auch zunehmend Bereiche betreffen, wo kognitive Arbeit verrichtet wird: Verwaltungen, Versicherungen, Banken, Buchhaltung und andere Berufsfelder. Diese werden sehr viel stärker durch die Digitalisierung geprägt werden, als es die Veränderung durch die Industrie 4.0 in Industrieunternehmen geschehen wird. Allein schon zeitlich deshalb, da es umfassendes Anlagevermögen gibt, das steuerlich erst mal abgeschrieben sein will. Ein Aspekt, der gerne vergessen wird.


Diese Beschränkung reduziert sich aber in Office-Tätigkeiten auf ein paar Jahre: nämlich DREI bis FÜNF!

Hier ist das bremsende Element nur die IT-Architektur, die mitunter einem Wildwuchs gleichkam und die in den letzten Jahren (z.T. drastisch) konsolidiert wurde. Diese Bemühungen, die IT-Landschaften zu verschlanken, zu entschlacken und zu konzentrieren, sind nicht abgeschlossen und dauern an. Es ist ein laufender Prozess, der parallel zum Geschäftsbetrieb abläuft. Auch ein Aspekt, der in den Visionen oft untergeht, da er als selbstverständlich gilt. Daher ist da auch jede Idee zusätzlich machbar, solange sie sich schön präsentieren lässt.

Doch wer nie IT-Projekte geleitet hat, der nie von den Fallstricken von offenen Schnittstellen heimgesucht wurde und der nie allein die Host-Aufwände der laufenden Systeme und Programme zusätzlich zu den “mal-eben”-Projekten und “schön-auch-zu-haben”-Entscheidungen realisieren musste – ohne Leistungseinschnitte und immer schön billig, der wird in seinen Visionen, Strategien und Konzepten auch kaum den Nerv treffen, der dann realisierbar ist! Natürlich zusätzlich zum organisatorisch-prozessualen Aufwand, der parallel zu gestalten wäre.

Und das wird die kognitiven Berufsbilder wohl die Zeit schützen, bis auch deren ältere Mitarbeiter vom Markt sind. Das heißt aber nicht, dass es dort bis dahin keine wesentlichen Umbrüche geben wird. Es wird umgedacht und umgelernt werden müssen. Der Wandel wird sich einstellen. Und das schon bald.


Viele Ideen und Visionen sind von etwas abhängig, das auch gern vorausgesetzt wird: künstliche Intelligenz, auf welchem Niveau auch immer!

Die Voraussetzung dazu ist Big-Data und zugehörige, meist webbasierende Datenströme. Auch ein Projekt, das läuft, vielerorts noch in der Entstehung ist und oft mehr (in der Präsentation) verspricht als (vor Ort) hält. Auch hier werden Fachkräfte dringend benötigt. Und auch nicht irgendwelche, sondern sehr gut ausgebildete Leute, die auch mal über den Tellerrand ihrer Fachdisziplin schauen können. Ein Gedanke, der immer erfolgskritischer wird in Berufsbildern, gerade in der IT, die ansonsten immer diversifizierter und stringenter werden. Das schafft schon jetzt in vielen Projekten Schnittstellenprobleme, die so nie vermutet worden sind.

In wie weit schon jetzt künstliche Intelligenz für was einsetzbar ist und / oder (bald) verfügbar sein wird, auf welchem Niveau auch immer, vermag der Autor nicht zu sagen. Doch schon jetzt kursierende Visionen und Vorstellungen sollten kritisch auf Anwendbarkeit untersucht werden.

Allein hier sieht man einen immensen Bedarf an Personal, aber auch an Stellen, die wegfallen könnten. Muss ich meine Bankgeschäfte wirklich vor Ort erledigen? Der Trend sagt nein. Der Anteil von online abgewickelten Geschäften wächst ständig. Im Finanzsektor wie auch im Handel. Hier hat die Digitalisierung schon weit vorgegriffen und wird durch etwas unterstützt, das wir alle kennen und das wir gar nicht mehr wegdenken könne: die APP!

Ihre Funktionalität wird die Digitalisierung weiter und schneller vorantreiben als wir uns vorstellen können. Und dabei gab es sie vor sechs Jahren noch gar nicht. Doch sie macht vieles deutlich, was dann im Hintergrund ablaufen muss. Vertriebstechnisch, rechnungstechnisch, zahlungstechnisch, produktionstechnisch, lagertechnisch und logistisch. Als Kernprozess…

Allein produktionstechnisch sieht das schon komplizierter aus, als man denkt. “Print-on-demand” kennen wir und ärgern uns über die zum Teil langen Lieferzeiten von bis zu drei Wochen. “Production-on-Demand” ist dabei aber wesentlich komplizierter, wird aber durch 3D-Druck nun maßgeblich vereinfacht werden, da Rüstzeiten, mindestoptimale Losgrößen und Werkzeugkosten minimiert werden können.

Hier werden sehr viele alte Berufsbilder wegfallen. Ein 3D-Drucker wird viele Berufsbilder komplett überflüssig machen. Doch, ähnlich wie Industrielaser, braucht auch diese Technik noch eine Anlaufstrecke. Eine Anlaufstrecke, die personaltechnisch genutzt werden kann. Gestaltet werden sollte. Einer passenden Future Workforce zugeordnet werden sollte. Diese ist nicht von jetzt auf gleich zu gestalten. Allein das notwendige Vorprojekt ist schon umfangreich [4].

Doch letztlich ist das nicht entscheidend, da auch die Technik einer gewissen Anlaufzeit unterliegt, soweit sie keine Onlinedienstleistungen umfasst. Hier wäre der Change sehr schnell, wie das Marketing seit Aufkommen der Apps herausfinden durfte [5].


Was reine Visionäre auch gern vergessen…

Hier werden dann gerne zwei Aspekte übersehen, da man sie im Hinterkopf schon abhakt, bevor man wirklich darüber nachgedacht hat.

1.) Internationalisierung der Systeme
Wir leben in einem globalen Wettbewerbsumfeld, haben es geschafft unsere Dienstleistungen, Produkte, Services weltweit anzubieten, sind als Volkswirtschaft und wachstumsmäßig auch darauf angewiesen und koordinieren, steuern und regeln unsere Leistungskette rund um die Kernprozesse via Web 24/7 mit dem Anspruch auf höchste Qualität, Verlässlichkeit und Erreichbarkeit. Performante Systeme schon gedanklich als gegeben ansehend [6].

Den ersten Teil des Satzes kann jeder nachvollziehen. Es ist schlicht so. Der zweite Teil führt zum Nachdenken. Der digitale globale Markt wächst schneller, als die Bildung seiner Teilnehmer. Soll heißen: die Sprache wird zunehmend zu einem Problem und der Gedanke, dass Englisch Weltsprache ist, ist theoretisch richtig, bis man mit Australiern spricht, mit Chinesen aus der Provinz mailt oder mit amerikanischen Anwälten “Letters of Intent” austauscht.

Hier wird deutlich, dass man am besten mit seinen Kunden, Partnern, Interessenten in deren Sprache spricht, kommuniziert und rechtssicher verhandelt. Und das setzt etwas voraus, das die Digitalisierung fördert. Übersetzungen sind kognitive Arbeiten. Diese unterliegen Regeln (Grammatik, Rechtschreibung, üblicher Syntax). Daher sind sie automatisierbar. Eigentlich in jede Sprache. Nur müssen für eine solch rechtsrelevante Kommunikation auch die nötigen Schriftstücke bevorratet, aktualisiert und ggf. von native speakers nochmals lektoriert werden.

Die Fähigkeit, auf eine Anfrage aus Indonesien, Brasilien oder Korea just in time in deren Sprache antworten zu können, ist ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil, der dann, auch kostenmäßig, realisierbar ist. Der daraus zu generierende Personalbedarf ist bisher umfänglich nicht thematisieret worden. Es ist ein Wachstumsmarkt, da Kommunikation, als Simultanübersetzung bei Konferenzen, immer wichtiger wird, wenn es um vernetzten Koordinations- und Wissensaustausch geht.

Hier besteht bei der Entwicklung der Software, der nötigen KI und der Umsetzung in den Unternehmen noch erheblicher Personalbedarf, der sich im Gegensatz zu anderen Visionen von Berufsbildern (z.B.: virtueller Gärtner!!) auch rechnet.

2.) IT-Sicherheit
Digitalisierung ist ein Datenprojekt. Es werden Daten zur Kommunikation (Eingabe, Reports, …), zur Steuerung von Produktion, Lager, Logistik, Personaleinsatz, Abrechnung und Rechnungslegung bis hin zur Speicherung all dessen gemäß der jeweiligen gesetzlichen Grundlagen und Verordnungen benötigt. Just in Time, hochverfügbar, performant und das 24/7 von überall. Das klappt schon jetzt recht gut. Und was klappt, wird nicht hinterfragt.

Der dazu nötige Speicherbedarf wird virtuell angeboten. Gern als Lösung in der Cloud [7]. Und da das Konzept vor allem kostenwirtschaftlich minimierbar laufen soll, wird Sicherheit in vielen Visionen zur Digitalisierung, wenn überhaupt, nur als Fußnote auftauchen. Kundendaten, Personaldaten, Verträge, die hinführende Kommunikation dazu, Forschungsdatenbanken, Entwicklungspapiere, Studien, Entwicklungssysteme bis hin zu Administratorenrechten sind auch ein Teil dieser Digitalisierung.

Die Digitalisierung schafft weitere Schnittstellen zu Mobile Offices, Future Workspaces, Mobile Working, Produktionslandschaften und überall dahin, wo sie benötigt wird, um schneller, besser, leistungsfähiger und zeitgerechter in der Erreichbarkeit von Kunden, Partnern und Mitarbeitern zu sein.

Ein userfreundliches Steuerelement für digitalisierte Prozesse werden Apps sein. Sie werden zur Identifikation des Users, seiner Berechtigungen auf Systemzugriffe und -leistungsbezug bzw. deren Veranlassung sowie das Handling seiner Arbeit, immer mehr an Bedeutung gewinnen. Das, was in vielen Visionen als Future Management und Future Workspaces beschrieben wird, wird mitunter als mobile (Zugriffs-)Lösung über Apps gesteuert werden.

Leider sind Tabletts und Smartphones nur bedingt geschützt und haben in etwa heute den Sicherheitsstand den PCs Anfang des Jahrtausends gegen Viren & Co hatten. Und die Tendenz ist eher fallend, da die organisierte Kriminalität auch ein Wachstumsmarkt ist. Daher sollten Visionen nicht nur von der rosaroten Wolke geprägt sein, sondern auch strategisch und konzeptionell diesen Punkt umfassen. Sicherheit vorauszusetzen wäre fatal.

Die Personaldatenbank, mit all ihren relevanten Informationen ist für Headhunter ein Geschenk, die Kundendatenbank mit Angeboten und Verträgen für die Konkurrenz gewinnträchtig und die Forschungsdatenbank findet mit Sicherheit auch Interessenten. Es nutzt nichts mehr, den Serverzugang zu beschränken, ihn abzuschirmen und bewachen zu lassen, wenn der Datenaustausch und die Datenspeicherung im Internet stattfindet [8]. Und das, was an kryptierten, handelsüblichen Verbindungen möglich ist, aber selten genutzt wird, ist überholt und schreckt nur Amateure ab. Hier zeichnet sich auch ein Umfeld für erheblichen Personalbedarf ab, soweit man gewillt ist, die Gefahren zu sehen.

Es wird offensichtlich, dass Vision und Wirklichkeit, Theorie und gelebte Praxis noch einer Annährung bedürfen. Dass die Vision oft nicht mit den technischen Gegebenheiten vor Ort machbar ist und dass noch Zwischenschritte nötig sind. Diese kosten Zeit, doch die kann genutzt werden, um die Mitarbeiter auf den Wandel vorzubereiten, einzustimmen und auszubilden.
Abb.1: Zusammenhang von Joint Future Work und Digitalisierung im demographischen Wandel


Fazit:

Digitalisierung ist kein Schreckgespenst. Ebenso wenig wie der demographische Wandel an sich. Letzterer gebietet sogar einen Wandel in der Wirtschaft. Einerseits um im Alter arbeiten zu können und andererseits auch, um unseren Vorsprung gegenüber den globalen Wettbewerbern zu halten. Letzter Aspekt ist Voraussetzung, dass wir das Projekt sozialen Frieden weiterführen können, denn die älter werdenden Mitarbeiter müssen produktiv sein. Sich rechnen. Als Wettbewerbsfaktor gegenüber den Billigländern, aber auch als monetärer Gewinn für die Wirtschaft [9].

Daher müssen Visionen zur Digitalisierung in der Arbeitswelt der Zukunft vor allem eines beinhalten: Machbarkeit abseits von SciFi-Romanen, der rosaroten Wolke und Utopien von Leuten ohne Bodenhaftung. Digitalisierung ist ein Projekt, das allen Richtlinien, Herangehensweisen und Merkmalen eines Veränderungsprojektes in der Organisation und Prozessgestaltung unterliegt. Dieses Projekt läuft parallel zum demographischen Wandel in den Unternehmen, zum Future Workforce Planning und der Unternehmensentwicklung und -strategie. Spätestens hier sieht man, dass Digitalisierung und Demographie im Unternehmen zusammengehören. Untrennbar verbunden sind.

Eine Vision für ein solches Zusammenspiel, die dann in einer Lösung, einem Konzept und einer Strategie münden soll, bedarf also neben der Gestaltungsidee an sich auch technisches, prozessuales und organisatorisches Verständnis, sowie Erfahrungen aus dem, wo man wirklich etwas über Fallstricke des Veränderungsmanagements unter Zeitdruck lernt: aus IT-Projekten.

Ein neues Berufsbild kann kein virtueller Koch, Bäcker, Mechatroniker, Gärtner oder Gas- / Wasserinstallateur sein, der mich, mit der VR-Brille auf der Nase, bei meiner Bestrebung unterstützt, etwas selbst zu machen, was früher genau diese Berufe machten. Das rechnet sich für den Betreffenden nicht. Er wird damit kein Geld verdienen. Einzelne, wirklich namhafte Experten vielleicht. Aber das wird keine Beschäftigungsgrundlage für die Masse werden. Solche Ideen an sich zeigen Visionen, die behandelt gehören. Und selbst da würde sich eine Onlinebehandlung eigentlich verbieten…

Wer digitalisiert und global mit Menschen agieren will, muss sicherstellen, dass man sich bei all den virtuellen Prozessen auch versteht. Internationalisierung von Plattformen, Kommunikation und Koordination ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung in der Future Work.

IT-Sicherheit schafft das Vertrauen von Kunden und Partnern in die Systeme, mit denen sie interagieren, ihre Leistung abwickeln, verrechnen, zahlen und erhalten. Ohne diese Sicherheit, ist das System von jeder Stelle aus angreifbar. Zu Lasten von Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Investoren. Eigentlich ein Punkt, der sich von selbst ausschließt.

Im Rahmen der Kostenwirtschaftlichkeit haben wir aber das Augenmaß dafür vielerorts verloren, was das heißt. Redundante Systeme, Firewalls, Kryptierung und andere Aspekte wurden oft als zu teuer angesehen. Doch lauert gerade in der Digitalisierung auch das Risiko des Komplettverlustes durch Angriffe. Wirtschaftsspionage und auch Sabotage werden nicht mehr allein durch einen Zaun um das Firmengelände und Wach- und Schließgesellschaft garantiert. Wohl auch nicht versichert.

Die Verteuflung der Digitalisierung wird sie nicht aufhalten. Und in Deutschland wird sie zum Garanten dessen, was wir als Teil-Lösung des demographischen Wandels ansehen werden (müssen).

Die Digitalisierung wird ein Umdenken erfordern. Ein Umdenken in nahezu allen Bereichen. Egal, ob wir ihr kritisch gegenüberstehen oder sie befürworten, sie ganzheitlich betrachten oder nur tendenziell wahrnehmen wollen – sie wird nicht mehr zu ignorieren sein. Sie wird immer schneller zu einem Bestandteil unseres Lebens werden, wie es Smartphones mit Apps schon längst sind. Und wer will bestreiten, wie das unser Leben, unsere Freizeit, unsere Kommunikation, Interaktion und unser Konsumverhalten verändert hat. Mit ihr schaffen wir eine handhabbare Basis für den demographischen Wandel auch über den Wegfall der geburtenstarken Jahrgänge hinweg, die aber dafür recht lange arbeiten werden müssen (können!).

In der zweiten Phase des demographischen Wandels, wenn die Bevölkerungslücke entsteht, wird die Digitalisierung diese auffangen. Sie produktionstechnisch ausgleichen helfen. Denn dann stehen wirklich kaum noch Fachkräfte und Mitarbeiter zur Verfügung, wenn sich nichts verändert. Denn dann fehlen Millionen. Und die sind nicht so einfach als Migranten herbeizuzaubern [10]. Denn eine Vision ist noch unerwähnt geblieben:


Wir heben das Bildungsniveau und das fachliche Know-How, um hier leben, arbeiten und auskömmlich existieren zu können, um eine gewaltige Stufe an!

Das wird die Migration erschweren, da der Bedarf sich dann fast ausschließlich an Personen richtet, die in der Lage sind das technisch erreichte Niveau “zu bedienen”. Und davor könnten wir Angst haben. In 30 Jahren. Doch jetzt sollten wir aufhören, das Instrument der Lösung zu verteufeln, das uns den demographischen Wandel für etliche Millionen alternder Arbeitnehmer ermöglichen hilft. Denn wenn das scheitert, haben wir in schon 10-15 Jahren Probleme, die solche Kleinigkeiten in den Schatten stellen.





Quellen:

[1] Vgl.: Future Business Consulting: Definition Joint Future Work (2014)

[2] Sascha Rauschenberger: Demografischer Wandel und Future Work: Eine gesellschaftliche Herausforderung für den Arbeitsmarkt der Zukunft, Conplore Magazine (2014)

[3] Sascha Rauschenberger: Future Work und IT-Personalkosten: Die Lösung liegt in konsequenter Beschränkung auf das Wesentliche”, Conplore Magazine (2015)

[4] Future Business Consulting: Umsetzungsplan Future Workforce: 12 Schritte in die Arbeitswelt der Zukunft – Steps 1 bis 5: Die erfolgskritische Vorbereitung des Projektes (2014)

[5] Patric C. Auner, Sascha Rauschenberger: Mobile Vertriebsplattformen mit Apps: Chance und Risiken für den Vertrieb, Conplore Magazine (2015)

[6] Patric C. Auner, Sascha Rauschenberger: Joint Future Work – Wettbewerbsvorsprung durch Internationalisierung, Conplore Magazine (2015)

[7] Prof. Dr. Hartmut Pohl, Sascha Rauschenberger: Future Work und IT-Sicherheit: Verdrängte Risiken für die Arbeitswelt der Zukunft – Das Dilemma moderner Arbeitsorganisationen, Conplore Magazine (2015)

[8] Sascha Rauschenberger: Future Workforce Attack: Teamhunting, active Sourcing passiver Talente und andere Recruitingstrategien als Risikofaktor für das HRM, (2014)

[9] Sascha Rauschenberger: Future Work und Megatrends – Herausforderungen und Lösungsansätze für die Arbeitswelt der Zukunft: Ein Kompendium zum demographischen Wandel, Windsor-Verlag (2014)

[10] Sascha Rauschenberger: Joint Future Work – Ein Tsunami verändert die Arbeitswelt der Zukunft, Conplore Magazine (2015)



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