Lubberich mit Ministerin Lemke auf medtech-Diskussion



Lemke: Innovationsstandort stärken im Interesse der Patientensicherheit

„Es ist wichtig, dass wir mit der neuen EU-Medizinprodukteverordnung die Patientensicherheit nachprüfbar verbessern ohne die hochinnovative Medizintechnikindustrie unnötig mit noch mehr Bürokratie zu belasten und den Innovationsstandort Deutschland in seiner weltweiten Marktführerschaft zu schwächen“, – so die Einschätzung von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke zum Verhandlungsstand der neuen EU-Medizinprodukteverordnung. Gemeinsam mit Experten diskutierte die Ministerin auf der medtech Rheinland-Pfalz über Innovationsimpulse in der Medizintechnik, die sich im Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und Regulierung befinden.

Trotz der guten Gesamtlage zeichnen sich für die Medizintechnikbranche auf Grund der Ökonomisierung und Kostendeckelung im Gesundheitswesen weitere Herausforderungen ab. Deshalb wird es für die Hersteller zukünftig noch entscheidender sein, neue Medizinprodukte zu entwickeln, die durch einen klaren Patientennutzen und durch Kosteneinsparungspotenziale im regulierten Gesundheitsmarkt Alleinstellung haben. Dafür sind aber deutlich mehr „Sprung-Innovationen“ bei den Medizinprodukten erforderlich. „Um Sprung-Innovationen zu entwickeln und am internationalen Markt zu platzieren, müssen die Unternehmen systematischer Innovations- und Kooperationsmanagement betreiben“, so Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko von der Universität Witten/Herdecke. „Gerade in Deutschland gibt es hier Nachholbedarf.“ Eine besondere Rolle kommt der ärztlichen Kompetenz zu. „Erfolgreiche Medizinprodukte werden von Unternehmen gemeinsam mit ärztlichen Anwendern entwickelt. Ärzte müssen von Aufgaben der medizinischen Versorgung entlastet werden, damit ausreichende Freiräume für Forschung und Entwicklung bestehen“, forderte Alois C. Lubberich, Geschäftsführer der Lubberich Dental-Labor GmbH in Koblenz und weist damit deutlich auf die „knappe Ressource“ des medizinischen Anwendungs-Know-hows hin.

Auf den häufig vernachlässigten Aspekt der Prozessentwicklung bei Produktinnovationen in der Medizintechnik wies Edgar Mähringer-Kunz, Geschäftsführender Gesellschafter IMSTec GmbH, hin. Die Herstellungsprozesse in der Medizintechnik müssen von der Durchführung der klinischen Studien bis zur Zulassung und der anschließenden Produktion für den Markt unter Qualitäts- und Effizienzgesichtspunkten systematisch geplant und dokumentiert werden, da größere Änderungen eine neue Zulassung erfordern können. Neben der Zulassung ist die Aufnahme in das Erstattungssystem in der Bundesrepublik ein weiterer Schritt der Innovationen auf dem Weg zur Verbreitung. Dr. Stefan Sauerland, Ressortleiter im IQWIG, erläuterte die unterschiedlichen Zugangswege zur Refinanzierung von Produkten. Dabei wurde auch die Bedeutung der kurzen Innovationszyklen in der Medizintechnik sowie die Berücksichtigung der Versorgungsrealität im Vergleich zur best practice bei der Bewertung der Potenziale neuer Produkte diskutiert.

Die moderne Medizintechnik ist ein wichtiger Impulsgeber für die Gesundheitswirtschaft mit enormer volkswirtschaftlicher Dimension. Allein in Rheinland-Pfalz erwirtschafteten 600 Anbieter mit rund 8.000 Beschäftigten rund 705 Millionen Euro Umsatz in 2013. Mit einem Außenhandelsvolumen von rund 8,2 Milliarden Euro (2012) belegt Rheinland-Pfalz bundesweit eine Spitzenposition in der Exportleistung medizinischer Geräte, pharmazeutischer Erzeugnisse und pharmazeutischer Grundstoffe. Flankiert wurde die medtech von einer Ausstellung, auf der 15 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen die neuesten Produktinnovationen und Dienstleistungen aus der Medizintechnik vorstellten. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE organisiert.



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