Stress, lass nach!


Stress macht unzufrieden, Stress ist ungesund und Stress ist teuer. Letzteres wird oft übersehen. Dabei kostet Stress nicht nur den Beteiligten Kraft, sondern Wirtschaft und Gesundheitssystem auch bares Geld. Pro Jahr mehrere Milliarden, schätzen Experten: Tendenz steigend. Effektive Stressbewältigung und, besser noch, -prävention lohnt sich daher aus jeder Perspektive. Sowohl aus Sicht des Arbeitnehmers, als auch für die Unternehmensbilanz. Wie wir Stress, Burnout & Co. wirksam Paroli bieten können, weiß Stressexpertin und Entspannungstrainerin Nina Herrmann.Wie schnell „normaler“ Arbeitsstress in Überbelastung umschlagen und physische wie psychische Konsequenzen haben kann, hat Nina Herrmann in ihrem hektischen Joballtag in der Transportbranche selbst erlebt. Die ausgebildete Pädagogin hat schließlich die Reißleine gezogen und gibt ihre Erfahrungen und ihre Erkenntnisse heute in Vorträgen und Seminaren weiter.  Dabei wendet sie sich nicht nur an Arbeitnehmer sondern auch  an Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung und ihren Potenziale in puncto Stressmanagement häufig gar nicht bewusst sind.Viele erkennen gar nicht, welche Kosten ihnen die Volkskrankheit Stress beschert. „Dabei liegt es doch auf der Hand, dass dauergestresste Mitarbeiter ihr Potenzial nicht komplett abrufen können oder irgendwann vielleicht ganz ausfallen“, betont Herrmann. Weil sich diese Verluste aber nur schwer in wirklich konkrete Zahlen übersetzen lassen, wird das Problem Stress oft zum Nebenschauplatz deklariert. Königsdisziplin PräventionUmso besser, wenn Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass ein wirkliches Stressproblem gar nicht erst entstehen kann. Prävention heißt das Zauberwort. Doch ist Stress nicht gleich Stress: Positiver Stress, der sogenannte Eustress, gehört dazu, wenn man sich zum Beispiel einer schwierigeren Aufgabe, einer Herausforderung stellt und er macht sogar glücklich. Um negativen Stress, sogenannten Disstress, handelt es sich dagegen, sobald sich ein Gefühl der Überforderung einschleicht, sprich, wenn Druck entsteht – sei es Leistungsdruck oder Zeitdruck. In diesem Fall sind Energiereserven schnell aufgebraucht und wer nicht rechtzeitig die Notbremse zieht, gehört plötzlich zur Masse der mehr oder weniger Ausgebrannten.Um dem Vorzubeugen, sind Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen gefordert. Mit den folgenden Tipps, können Sie bereits wirkungsvolle Veränderungen einleiten: 
  • Flexibel = entspannt

Finden Sie den besten Zeitpunkt für Ihren Arbeitsweg. Stehen Sie dafür auch ruhig fünf Minuten früher auf. Machen Sie sich den Weg so unterhaltsam und angenehm wie möglich. Eine Comedy-CD im Auto, Ihre Lieblingsmusik auf dem MP3-Player oder lustige/ spannende Kurzgeschichten sind ein optimaler Start in den Tag.Für Arbeitgeber: Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitern eine flexible Arbeitszeitgestaltung. 
  • Locker lassen

Wenn Sie Stress haben, spannt Ihr Körper sich automatisch an. Lösen Sie diese Spannung immer wieder, damit es nicht langfristig zu schmerzhaften Verspannungen kommt. Spannen Sie dazu erst einmal alle Muskeln an, spüren Sie die Anspannung bewusst und dann lassen Sie locker! Machen Sie dies zum Beispiel nach jedem Telefonat oder wenn Sie eine Aufgabe erledigt haben.Für Arbeitgeber: Seien Sie offen für individuelle Arbeitsplatzgestaltungen wie etwa Steharbeitsplätze. 
  • Wohlfühlatmosphäre schaffen

Soweit es möglich und erlaubt ist, sollten Sie Ihren Arbeitsplatz zu einem persönlichen Bereich machen. Mit Fotos von Menschen, die Sie lieben, oder Bilder vom letzten Traumurlaub. Auch Pflanzen und Blumen, ein kleines Kunstwerk oder ein persönliches Erinnerungsstück machen den reinen Arbeitsplatz zum individuellen Wohlfühlort. Aber nicht überladen, denn ein übervoller und chaotischer Schreibtisch verursacht auch Stress.Für Arbeitgeber: Auch Pausenräume können mit wenigen Maßnahmen in angenehme Erholungsinseln verwandelt werden. 
  • Pause machen – aber richtig

In der linken Hand ein belegtes Brötchen, die rechte auf der Tastatur – das ist bestenfalls Multitasking, sicher aber keine richtige Pause. Erst wenn Sie Ihr Büro verlassen und die Gedanken wirklich für kurze Zeit von den aktuellen Aufgaben lösen, gilt eine Pause als echte Pause.Für Arbeitgeber: Eine richtige und vernünftige Pausenkultur muss auch von oben vorgelebt werden! 
  • Feierabendrituale finden

Läuten Sie den Feierabend nicht einfach nur dadurch ein, dass Sie den Computer ausschalten. Machen Sie einen Tagesabschluss. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, räumen Sie Ihren Schreibtisch auf, rekapitulieren Sie die erledigten Aufgaben und schreiben Sie eine To-Do-Liste für den nächsten Tag. Diese kleine persönliche Bilanz gibt Ihnen das Gefühl der Kontrolle und hilft dabei, baut Stress abzubauen.Für Arbeitgeber: Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber auch öfter Mal Anerkennung für kleine Erfolge und Etappen. http://nina-herrmann.de



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