Leben in Peru - Unterschiede zwischen Peru und Deutschland


In jedem Land gibt es neben landschaftlichen und architektonischen Besonderheiten auch Erkennungsmerkmale, die sich erst auf den zweiten Blick zeigen. Es sollen im Folgenden ausgewählte Beispiele zu Unterschieden im Leben zwischen Peru und Deutschland dargestellt werden. Zunächst werden geschäftliche Treffen und damit verbundene Besonderheiten in Peru präsentiert. In dem Andenstaat gilt zu beachten, dass das Gelingen von Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Peru vom kulturellen Feingefühl – der interkulturellen Kompetenz – beeinflusst wird. Geschäftsstrategien und HinweiseWenn ein Geschäftstreffen in Peru ansteht, dann sollten dabei – wie auch in Deutschland – eine Reihe von Hinweisen beherzigt werden. Ein Fehlverhalten kann zu einem ausbleibenden Geschäftsabschluss führen und ist durch eine Kenntnis der peruanischen Gesprächskultur relativ leicht zu vermeiden.Ein Small Talk dient als „Eisbrecher“ und generell als Gesprächseinstieg. Jedoch sollte sich darauf besonnen werden, bestimmte Themen bevorzugt anzusprechen und andere wiederum definitiv zu vermeiden. Zu den angenehmen Themen zählen Sport (insbesondere Fußball oder Volleyball), Gastronomie (Erfahrungen mit guten Restaurants oder lokalen Gerichten), Persönliches (Kinder, Markenkleidung und letzter Urlaub in Peru) sowie geschäftliche Erfolge. Finanzielle Engpässe, die Politik, die Verkehrssituation oder die gefühlte schlechte Sicherheitslage sollten nicht als Gesprächseinstieg für ein Geschäftstreffen genommen werden. Schließlich verfolgt ein Small Talk das Ziel eine positive Grundstimmung zu erzeugen, welche sich möglichst fruchtbar auf das „Geschäftliche“ überträgt.Höflichkeit und Förmlichkeit werden während eines Geschäftstermins sehr geschätzt. Diese Tugenden sollten in jedem Augenblick gewahrt werden. Wenn etwas abgelehnt wird, sollte ein direktes „Nein“ vermieden und sprachlich umgangen werden. Ein Indiz für ein „Nein“ lässt sich jedoch vermuten, wenn eine Entscheidung auf „Morgen“ („Mañana“) verschoben wird.In Peru gibt es geschlechtsspezifische traditionelle Begrüßungsformen. Die Frau wird mittels „Wangenküsschen“ (nur 1 Kuss und diesen auf die rechte Wangenseite) und der Mann per Handschlag mit der linken Hand verschränkt in der Mitte des Rückens begrüßt (eine Umarmung ist dann angebracht, wenn ein Vertrauensverhältnis besteht). Eine in Deutschland üblicherweise per Handschlag durchgeführte Begrüßung wird in Peru als wenig herzlich und mitunter sogar als unfreundlich angesehen.Die Anrede erfolgt im Andenstaat per „Sie“ und unter Verwendung des ersten Nachnamens. Ist der Angesprochene im Besitz eines Doktortitels so wird dieser definitiv erwähnt. Wenn das Geschäftstreffen vorüber ist, dann zahlt der Gastgeber und gibt dabei selbstverständlich ein Trinkgeld in Höhe von 10 Prozent. Ein ebenfalls nicht zu missachtender Punkt ist, dass das Geschäftsessen üblicherweise in einem sehr guten Restaurant und in Begleitung des Partners oder Ehepartners stattfindet. Werden alle aufgeführten Punkte beachtet, so unterstützen diese die Geschäftsverhandlungen auf positive und angenehme Art und Weise. Eine Nichteinhaltung kann definitiv das Zünglein an der Waage sein und dies sollte immer Berücksichtigung finden.Familie und PrivatesSchaut man sich den privaten Bereich an, so ergeben sich ebenfalls Hinweise und Unterschiede. In Peru leben viele Leute bis zur Heirat bei den Eltern. Dies spart für junge Leute enorme Kosten und das Wissen darüber kann von Unternehmen effektiv und nachhaltig genutzt werden. Für Deutsche bedeutet dies, dass sie mit dem Partner aller Voraussicht nach erst zusammenziehen können, wenn die Heirat offiziell vollzogen wurde. Ist die Heirat verwirklicht und das jung vermählte Paar zieht zusammen, so ist es vollkommen normal eine Haushaltshilfe und ein Kindermädchen zu haben – insofern es finanziell möglich ist. Das Straßenbild ist in Peru stärker von Kindern und jungen Familien geprägt als in Deutschland. Generell ist der Andenstaat demographisch jünger. Die Hälfte der Bevölkerung ist in Peru jünger als 27 Jahre (das Medianalter beträgt in Peru insgesamt 27,3 und in Deutschland bei 46,5 Jahren). Zudem sind knapp 27% der Peruanerinnen und Peruaner jünger als 15 Jahre, in Deutschland hingegen nur knapp 13%.Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Religion in Peru eine größere Rolle als in Deutschland spielt. 97% der peruanischen Bevölkerung fühlt sich einer Glaubensrichtung zugehörig (der überwiegende Teil dem Katholizismus) wohingegen sich in Deutschland lediglich 72% der Menschen religiös sind. Zudem werden religiöse Feste in Peru auf eine intensivere Art und Weise gefeiert und bestimmen die Denk- und Entscheidungsstruktur in einem weitaus stärkeren Maße. Nichtsdestotrotz haben die Menschen aller Altersstufen und unabhängig von ihrem ökonomischen Hintergrund in beiden Länder die gleichen Interessen und Grundbedürfnisse nach einem soliden Maß an Sicherheit und Konsum. Ein effizientes Wissen über die Interessen in Kombination mit der interkulturellen Kompetenz eröffnet für Unternehmer eine große Palette an Markteintrittsmöglichkeiten.Autoren
Holger Ehrsam, Inhaber, EHRSAM PERU-CONSULT www.peruconsult.de
Eric Janotta, Spezialist, EHRSAM PERU-CONSULT, Inhaber: Holger Ehrsam www.peruconsult.deKontakt:
An den Mühlwegen 48, 60439 Frankfurt a.M. - Telefon (Deutschland): +49 1573 6487661 Telefon (Peru): +51 99 33 0 77 60 - holger.ehrsam@peruconsult.de - Skype: EHRSAMPERUCONSULT



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