Peru - Wirtschaft und Branchen im Allgemeinen


ÜberblickPeru ist flächenmäßig das drittgrößte Land Südamerikas und dreieinhalb mal so groß wie Deutschland. Im Westen grenzt es an den Pazifik, im Norden an Ecuador, im Nordosten an Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien und im Süden an Chile (siehe Grafik 1: Geografische Übersicht). Staatsoberhaupt über 31,2 Millionen Peruanerinnen und Peruaner ist aktuell der Präsident Ollanta Humala. Dieser wird alle 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Zusammen mit dem Kongress, welcher ebenfalls alle 5 Jahre gewählt wird, leitet er die Regierungsgeschäfte. Peru gliedert sich politisch in 25 Regionen, welche ihrerseits über einen Regionalpräsidenten und eine Regionalregierung verfügen.Ein Drittel der Einwohner leben in der Hauptstadt Lima. Die übrige Bevölkerung verteilt sich auf die Landesfläche von 1 285 216 km². Landessprachen sind Spanisch, Quechua und Aymara. Interessant ist hierbei die regionale Verbreitung der Sprachen. So wird Quechua überwiegend in den Anden rund um die alte Inkahauptstadt Cusco gesprochen und Aymara findet sich im Südosten des Landes in der Titikaka-See-Region wieder. Spanisch wurde, ebenso wie die hauptsächlich verbreitete Religion des Christentums durch die Spanier im 16. Jahrhundert eingeführt. Die Flora und Fauna des Landes ist sehr vielfältig und die Landschaft gliedert sich in 3 Vegetationszonen. Der Küstenstreifen – im Spanischen „Costa“ - bedeckt 11% der Landesfläche, die Gebirgsregion der Anden - „Sierra“ - 30% und der Regenwald - „Selva“ - 59%.Perus Klima ist je nach Region sehr unterschiedlich. Jede der 3 Vegetationszonen weist spezifische Merkmale auf. Die Küste ist sehr heiß mit Temperaturen von bis zu 30° C im Sommer (Dezember bis März). In der Gebirgsregion der Anden ist das Klima tagsüber milder mit Temperaturen von bis zu 25° C. Je nach Höhenlage können die Temperaturen nachts auf bis zu -3° C absinken. Von April bis November herrscht in den Anden Trockenzeit und im Dezember beginnt die Regenzeit, welche im Januar und Februar sein Maximum erreicht und im März abklingt. Tropisches Klima mit einer ganzjährigen sehr hohen Luftfeuchtigkeit bestimmt die Region des Regenwaldes Perus. Die Temperaturen liegen hier im Sommer bei durchschnittlich 27° C. Die sich daraus ergebene Vielfalt der Flora und Fauna macht Peru zu einem beliebten Reiseziel und sorgt für ein immenses Potential im Tourismussektor.WirtschaftPerus ökonomische Entwicklung hat in den letzten 50 Jahren einen außergewöhnlichen Verlauf vollzogen. In der Zeit der Militärdiktatur von 1968 bis 1980 und der anschließenden Dekade bis ins Jahr 1990 war sie sehr unbeständig. Phasen der Verstaatlichung und, bedingt durch einen Regimewechsel, der Privatisierung wechselten sich ab und verhinderten ein nachhaltiges und positives Erstarken der Ökonomie des Andenstaates. Peru verfügt über exzellente Voraussetzungen für eine dynamische Wirtschaft. Das Land ist reich an Rohstoffen und durch seine vielfältige Flora und Fauna prädestiniert für abwechslungsreichen Tourismus.Ab dem Jahr 1990 war die Politik des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori ein Wendepunkt in der ökonomischen Entwicklung Perus. Sie war auf Wachstum und erhöhte Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet. In der ersten Zeit unter Fujimori erlebte die peruanische Bevölkerung jedoch zunächst einen regelrechten „Schock“. Preise für Lebensmittel und andere Güter wurden dramatisch angehoben, um dadurch der Inflation entgegenzuwirken. Dies führte zu massiven Protesten im Land und eine Währungsreform wurde notwendig. 1991 löste der „Nuevo Soles“ die alte Währung „Inti“ ab.Interessant und eindrucksvoll ist der Blick auf eine Reihe wirtschaftlicher Kennzahlen der letzten Jahre. Das Jahr 2009 ging auch an Peru nicht spurlos vorüber und die Wirtschaftskrise hielt das zunächst konstante peruanische Wirtschaftswachstum auf und lies es über die folgenden Jahre stagnieren. Jedoch zeigen die aktuellen Prognosen für das Jahr 2015 eine Wachstumsrate von 4% an, was auf ein Wiederanknüpfen an das stabile Wirtschaftswachstum hoffen lässt. Die Prognosen liegen für 2016 sogar bei 4,5%.Bergbau, Tourismus und die Fischerei sind die wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes. Dabei ist der Bergbau das unangefochtene ökonomische Zugpferd. Peru ist die weltweite Nummer 1 im Produzieren von Silber. Ein Blick auf die weiteren Plätze zeigt, dass Peru die Nummer 2 als Erzeuger von Kupfer und Zink ist, die Nummer 3 von Zinn, Nummer 4 von Blei und Molybdän und die Nummer 5 als Produzent von Gold. Die Bergbauexporte machen 56,8% der Gesamtexporte aus. Im Jahr 2014 betrug der Umsatz etwa 20 Milliarden US Dollar. Der Tourismus konnte dank facettenreicher Tourismusförderprogramme die Fischerei auf dem zweiten Platz ablösen. 2014 kamen 3,6 Millionen Touristen ins Land und brachten Devisen in Höhe von 4 Milliarden US Dollar. Die Landwirtschaft trägt ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Peru ist der Nummer 1 Exporteur von Spargel und Paprika weltweit. Der Anteil nicht-traditioneller Agrarexporte hat in den vergangenen Jahren zugenommen und generierte für das Jahr 2014 einen Umsatz von etwa 2,75 Milliarden US Dollar. Ein Blick auf die regionale Verteilung innerhalb Perus zeigt auf, dass die Agrarexportwirtschaft überwiegend an den Küsten Perus angesiedelt ist. In den Anden liegt der Fokus auf der Subsistenzwirtschaft. Nicht nur die Tourismusbranche legte konstant in den letzten Jahren zu. Der industrielle und der Dienstleistungssektor stehen in nichts nach und vollzogen ebenfalls eine dynamische Entwicklung. Ein weiterer interessanter Blick ist der auf die Staatsverschuldung. Diese sinkt in Peru stetig und ist aktuell geringer als die Erwirtschaftung von Devisen, was zu regelmäßigen Überschüssen im Staatshaushalt führt. Der IWF prognostiziert für das Jahr 2016 eine Inflationsrate von 2,0 %, damit hat Peru den niedrigsten Wert in Südamerika. Peru ist weiterhin wirtschaftlich dynamisch und expandiert. Für deutsche Unternehmen dies sehr interessant und kann eine Grundlage für Geschäftsbeziehungen darstellen. Zu beachten gilt jedoch, dass das Standbein Perus - der Bergbau - einen Risikofaktor darstellt. Es ist nicht nachhaltig und ein potentieller Rückgang der weltweiten Rohstoffnachfrage kann zu ernsthaften Problemen für Perus Wirtschaft führen. Insgesamt ist Peru jedoch nicht von einem Wirtschaftszweig abhängig und es ergeben sich neben dem Tourismus und Dienstleistungssektor immer wieder neue Investitionsmöglichkeiten für Unternehmen.Autoren
Holger Ehrsam, Inhaber, EHRSAM PERU-CONSULT www.peruconsult.de
Eric Janotta, Spezialist, EHRSAM PERU-CONSULT, Inhaber: Holger Ehrsam www.peruconsult.deKontakt:
An den Mühlwegen 48, 60439 Frankfurt a.M. - Telefon (Deutschland): +49 1573 6487661 Telefon (Peru): +51 99 33 0 77 60 - holger.ehrsam@peruconsult.de - Skype: EHRSAMPERUCONSULT



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