Peru – Geschäftschancen und peruanische Rechtsformen


Peru zählt seit einigen Jahren zu den aufstrebenden Staaten Lateinamerikas. In den letzten 10 Jahren konnte das Land ein überwiegend positives Wirtschaftswachstum verbuchen. Für das Jahr 2015 wird eine Wachstumsrate von etwa 3% angenommen und für 2016 liegt die Prognose sogar bei 4,5%. Das unangefochtene ökonomische Zugpferd ist der Bergbau, aber für deutsche Unternehmen bieten sich eine Reihe weiterer interessanter Investitions- und Markteintrittsmöglichkeiten an. Aktuelle und relevante Geschäftschancen sollen im Folgenden dargestellt werden.GeschäftschancenUm dies sinnvoll durchzuführen ist zunächst ein Blick auf die „Rahmenbedingungen“ sehr informativ. Peru ist Mitglied der „Pazifik Allianz“ - einer lateinamerikanischen Freihandelszone. Neben Peru sind die Staaten Chile, Costa Rica, Kolumbien und Mexico weitere Vollmitglieder. Ziel der Allianz ist ein Ausbau der Industrie und eine Reduktion der Abhängigkeit von Agrar- und Rohstoffexporten. Eine weitere Fusion stellt die „Anden Gemeinschaft“ mit den Mitgliedern Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru dar. Auch hier stehen gemeinsame ökonomische Interessen im Vordergrund. Darüber hinaus unterzeichnete Peru im Jahr 2013 zusammen mit der Europäischen Union ein Freihandelsabkommen, um den Markteintritt für alle Beteiligten stark zu vereinfachen.Im Hinblick auf die Geschäftschancen für deutsche Unternehmen ist ein Blick auf geplante Investitionsprojekte in Peru interessant. Zunächst erfolgt ein Blick auf die Hauptstadt Lima. Dort ist der Bau einer U-Bahnlinie („Metrolinie 2“) und der Ausbau der Buslinie („Metro Lima“) geplant. Im Laufe des Jahres 2016 soll die U-Bahnlinie fertig gestellt werden und den Hafen von Callao mit dem Stadtteil Ate, auf einer Gesamtstrecke von 30 km und 35 Stationen, verbinden. Ferner erneuert und ausgebaut werden sollen die Häfen und die Eisenbahnlinien des Landes. Für letzteres wird ein ambitioniertes Projekt angestrebt. Die Städte Lima und Huancayo sollen durch einen 26 km langen Anden Tunnel miteinander verbunden werden. Weitere Investitionsmöglichkeiten ergeben sich durch ein Rohstoffabkommen zwischen Peru und Deutschland, welches sich eine umweltverträgliche Stilllegung peruanische Bergwerke und die Rekultivierung des Ambientes zum Ziel gesetzt hat. Außerdem ergeben sich im Energiesektor vielfältige Geschäftschancen: in der Solarenergie, der Erdwärme (Geothermie) und der Windkraft. In puncto Erdwärme haben erste internationale Unternehmen Lizenzverträge mit Peru abgeschlossen. Ziel ist die Nutzung von über 3 000 MWel der oberflächennahen Erdwärme zur Kühlung und Heizung von überwiegend öffentlichen Gebäuden. In der Wasserindustrie und der Wärmedämmung – z.B. von Wohnungen in den Anden – ergeben sich ebenfalls Investitionsmöglichkeiten.Um einen möglichen Markteintritt effektiv zu gestalten ist umfassendes Know-How notwendig.RechtsformenGrundlage für Geschäftstätigkeiten in Peru ist das Gesetz N° 26887 - „La ley de sociedad“. Ausländische Unternehmen müssen sich, um in dem Andenstaat geschäftliche Tätigkeiten zu beginnen, in das peruanische Handelsregister eintragen lassen. Zunächst stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen neugegründet oder eine Zweigniederlassung eröffnet werden soll. Diese Entscheidung muss selbstverständlich von jedem Unternehmer individuell und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile getroffen werden. Kapital darf unbeschränkt ein- und ausgeführt und Gewinne überwiesen werden. Ein Mindestkapital zur Unternehmensgründung wird im Allgemeinen nicht verlangt. Mögliche Gesellschaftsformen neben einer Zweigniederlassung sind u.a. die Aktiengesellschaft, die GmbH und das Ein-Personen-Unternehmen. Die Aktiengesellschaft – kurz AG - („S.A. = sociedad anónima“) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung – kurz GmbH - („S.R.L. = sociedad comercial de responsibilidad limitada“) sind die am häufigsten in Peru auftretenden Gesellschaftsformen.Zur Gründung einer AG werden zwei Gesellschafter benötigt, diese können juristische oder natürliche Personen sein. Ist einer der Gesellschafter ein ausländisches Unternehmen, so muss dieses in die nationale Aufsichtsbehörde für öffentliche Register („SUNARP“) eingetragen werden. Die Gründung der Aktiengesellschaft kann als Einheitsgründung ("Constitucion Simultanea") oder als Stufengründung ("Constitucion por Oferta a Terceros") erfolgen. Bei der Einheitsgründung finden alle juristisch relevanten Schritte zum gleichen Zeitpunkt statt, wohingegen bei der Stufengründung einzelne Etappen unternommen werden. Letzteres sollte in Erwägung gezogen werden, insofern zu dem Wunschdatum der Unternehmensgründung  nicht alle relevanten Formalitäten erfüllt werden können. Die Unternehmensgründung muss auch in Peru notariell beglaubigt werden, somit müssen alle wichtigen Dokumente und für den Notar relevanten Informationen vorliegen. Jede Aktiengesellschaft besteht aus einem Vorstand, mit mindestens 3 Mitgliedern, und einer Geschäftsführung. Die Aufgabe des Vorstandes besteht in der Kontrolle aller geschäftlichen Tätigkeiten der Geschäftsführung. Laut peruanischem Gesetz muss jährlich eine Aktionärsversammlung stattfinden – innerhalb von 3 Monaten nach Abschluss der Jahresbilanz. Für die GmbH gelten überwiegend dieselben Regelungen. Unterschiede bestehen jedoch u.a. in der Geschäftsführung und der Kapitalstruktur. Die geschlossene AG („S.A.C. = sociedad anónima cerrada“) zeichnet sich dadurch aus, dass sich nach Eintragung in das Firmenregister nur dann neue Investoren aufnimmt, wenn die Aktionärsmehrheit dem Vorhaben zustimmt. Die GmbH benötigt keinen Vorstand und besteht ferner aus mindestens 2 und höchstens 20 Gesellschaftern. Handelt es sich um eine Zweigniederlassung sollte beachtet werden, dass das Mutterunternehmen für alle rechtlichen Schritte die Verantwortung trägt - diese kann nicht auf die Zweigniederlassung übertragen werden. Seit dem Jahr 2005 kann die Ein-Personen-Gesellschaft („E.I.R.L. = empresa individual de responsabilidad limitada“) gegründet werden. Der Firmeninhaber führt alle geschäftlichen Tätigkeiten alleine aus oder beauftragt damit Dritte. Sollte die Ein-Personen-Gesellschaft von Nicht-Peruanern gegründet werden, so muss deren Aufenthaltsstatus geklärt sein.Fundierte Kenntnisse über die aktuellen Geschäftschancen und relevanten Rechtsformen in Peru sind für jedes Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Alle rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen können verbindlich mit entsprechenden Experten vor Ort abgeklärt werden. Inzwischen haben sich zahlreiche „German Desks“ in den Kanzleien Limas etabliert. Bitte sprechen Sie diese bei weiteren Fragen direkt an.Autoren
Holger Ehrsam, Inhaber, EHRSAM PERU-CONSULT www.peruconsult.de
Eric Janotta, Spezialist, EHRSAM PERU-CONSULT, Inhaber: Holger Ehrsam www.peruconsult.deKontakt:
An den Mühlwegen 48, 60439 Frankfurt a.M. - Telefon (Deutschland): +49 1573 6487661 Telefon (Peru): +51 99 33 0 77 60 - holger.ehrsam@peruconsult.de - Skype: EHRSAMPERUCONSULT



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