Kreditentscheidungen der Banken: Mittelstand braucht mehr Informationen

Mittelständische Unternehmen müssen von ihren Banken besser informiert werden – diese Forderung erhebt der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ als Konsequenz aus dem „KMUBanken-Barometer 2016“. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen eine weitgehende Unkenntnis der Unternehmen über die Kriterien, nach  denen Kreditinstitute über Finanzierungsanfragen entscheiden. Alle Ergebnisse des "KMU-Banken-Barometer 2016" ergänzt um Handlungsempfehlungen für Unternehmen stehen im Internet unter www.banken-barometer-2016.kmu-berater.de.

Nur die Hälfte der Unternehmen haben im „KMU-Banken-Barometer 2016“ ganz oder überwiegend bestätigt, dass ihre Bank oder Sparkasse über die Gründe für eine Kreditzusage oder Kreditablehnung offen informiert. Eigentlich, so Christoph Rasche von der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater, sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein. Noch deutlich schlechter fällt das Urteil der Unternehmen im Hinblick auf Informationen im Vorfeld von Kreditentscheidungen aus. 60 Prozent der Unternehmen fühlen sich von Ihrer Bank oder Sparkasse vor einem Kreditbeschluss nicht ausreichend über deren Vergabekriterien für Kredite informiert. „Damit können sich Unternehmen nicht sinnvoll auf ein Kreditgespräch
vorbereiten oder gar eine Verhandlungssituation auf Augenhöhe erreichen“ betont Rasche.

Nur rund neun Prozent der Unternehmen attestieren Ihren Finanzierungspartnern eine vollumfänglich offene und transparente Kommunikation vor einer Kreditentscheidung. „Angesichts der hohen Anforderungen von Banken und Sparkassen an Offenheit und Transparenz seitens der Unternehmen wird hier offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Die meisten Banken und Sparkassen verstehen und leben Finanzkommunikation noch immer als „Einbahnstraße“ und nicht als „Zweibahnstraße““ beschreibt Rasche die Situation aus Beratersicht.

Insbesondere kleinere Unternehmen mit bis zu 40 Mitarbeitern sehen sich noch immer nicht in einer Finanzierungspartnerschaft auf Augenhöhe mit ihrer Bank. In einer solchen Partnerschaft stellen die Unternehmen alle Informationen zur Verfügung, die die Bank für ihre Kreditentscheidung benötigt. Die Bank müsse im Gegenzug offen über Bedeutung und Ergebnis des Ratings, die Kapitaldienstfähigkeitsberechnung, die Sicherheitenbewertung und die Kreditentscheidungskriterien informieren, so die Forderung der KMU-Berater.

Den Banken und Sparkassen empfiehlt Rasche daher, ihr Beratungs- und Kommunikationsverhalten gegenüber ihren Firmenkunden zu überdenken. Denn bereits im KMU-Banken-Barometer 2015 hatten die Unternehmen die Kommunikation der Banken über die „Spielregeln“ der Kreditvergabe schlechter beurteilt als 2014. „Und dies wiederholt sich jetzt 2016 im Vergleich zu 2015“ weist Rasche auf die zunehmende Unzufriedenheit der Unternehmen hin. Den Unternehmen empfehlen die KMU-Berater, die kommunikative
Zweibahnstraße von ihren Banken einzufordern. Der Austausch mit fachkundigen Beratern kann helfen, sich gezielt auf Kreditgespräche vorzubereiten. Das KMU-Banken-Barometer umfasste zehn jährlich widerkehrende und zwei Sonderfragen. 206 Unternehmen haben zwischen dem 18. April und dem 20. Juni 2016 an der Umfrage teilgenommen. Das waren 51 mehr als im Vorjahr. Über zwei weitere Aspekte der Ergebnisse haben wir ausführlich berichtet:

 Mittelstandsfinanzierung: Zunehmender Handlungsdruck: 21.07.2016
 KMU-Berater: Mittelstand braucht Finanzierungsstrategien: 28.07.2016

Weitere Informationen:
Fachgruppe Finanzierung-Rating im Bundesverband Die KMU-Berater
Christoph Rasche: Tel 02764-261815 E-Mail rasche@kmu-berater.de



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