Wie billig lassen wir uns kaufen?

 
Erkennen wir eigentlich noch in welcher Zeit wir leben? Was machen wir denn den gesamten Tag so? Woche für Woche und Monat für Monat? Sind wir nicht getrieben vom Erfolg? Und zu welchem Preis?
Darüber sollten wir Mittelständler uns einmal die Zeit nehmen und gründlich darüber nachdenken.
Was geschah in den letzten Monaten? Z.B. die Übernahmeangriffe aus Fernost auf Kuka und OSRAM. Beides sind deutsche Technologieführer, die erst mit 25,1% geködert worden sind. Was sich mit der Zeit daraus entwickelte, konnten wir aus den Medien erfahren. Dahinter steckt eine längerfristige Strategie. Der Gipfel war, als die Bundesregierung dem Deal auch noch zustimmte. Da verstand ich die Welt nicht mehr.
 
Ich kämpfe derzeit auch mit dem Faktor 25,1%, weil so mancher „Großer“ meint: „Ich brauche eine neue Technologie, die kauf ich mir mal schnell.“ Dass hinter diesem Know How ein Lebenswerk von Verantwortungsträgern und vielen Mitarbeitern steckt, das interessiert so einen Nadelstreifenträger nicht im Geringsten. Was soll ich jetzt tun? Und wo bekomme ich guten Rat für die Zukunft her? Wer steckte schon mal in so einer Situation und hat die Erfahrung die mir weiterhelfen könnte? Kann ich dieser Person dann auch Vertrauen, oder nutzt sie meine Lage nur aus? Das sind die ersten Fragen die man sich stellt, nachdem man den anfänglichen Schock überwunden hat. Die Patentlösung kann natürlich keiner präsentieren, aber die einzelnen Ratschläge muss man wie ein Mosaik zusammensetzen, damit alle Eckpunkte berücksichtigt werden und trotzdem eine flächendeckende Schnittmenge dabei herauskommt.  Der entscheidende Punkt liegt in der richtigen Besinnung der Geschäftsleitung. In diesem Moment geht es nicht um einen selbst, sondern um die Menschen und deren Familien, die das Ganze als Gemeinschaft tragen. Dies so zu sehen und zu fühlen bringt einen dazu  auf Hochtouren zu laufen um den benötigten Kampfgeist zu entwickeln, der einem die Kraft und den Mut gibt Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten und umzusetzen.

Kurzer Exkurs:
Im Moment geistert das Schlagwort “Industrie 4.0“ durch unsere Wirtschaft. „Das ist etwas Neues, das brauchen wir jetzt auch“, so denken viele, ohne zu wissen wer und was wirklich dahinter steckt.
Angepriesen wird es als etwas Neues, das unsere Produktion noch schneller und effektiver machen soll. Doch wenn man tiefer forscht, stellt man fest, dass diese Technologie mit dem Hintergedanken verbreitet wird um mehr Transparenz in den Produktionsprozess zu bekommen. Daraus resultierend wird der Zeit- und Kostendruck enorm erhöht. Ganz abgesehen vom Know How das dadurch bei den Technologieträgern (unserem Mittelstand) abfließt und bei den Auftraggebern landet. Dadurch verschwindet der Wert des Unternehmens, was Letzt endlich wiederum zu günstigen Übernahmen führt.
Für alle, für die das Thema 25,1% noch neu ist:
Das GmbH-Gesetz besagt, dass alle wichtigen Entscheidungen eine 75%-ige Mehrheit benötigen. Mit 74,9% ist die eigene Entscheidungsfreiheit nicht mehr gegeben. Dadurch kann man nicht mehr frei am Markt agieren. Die 25,1% können kosten was sie wollen, denn die restlichen % sind dadurch wertlos geworden. Das zeigt doch, dass ein Kaufmann freiwillig nur 0,1%  mehr bezahlen möchte um den Rest unter Druck billig an sich zu reißen. Das ist der erste Schritt zur Übernahme.
Dass man den Spieß auch umdrehen kann zeigten zwei kleine Automobilzulieferer, die den großen VW-Konzern für einige Zeit lahm legten. Was hat die beiden Unternehmer getrieben diesen Schritt zu gehen? Mit Sicherheit wollten schon Viele das Gleiche tun, hatten aber nicht den Mut dazu, weil das Risiko ihnen zu hoch war und zu viel auf dem Spiel stand. So kuschten sie und machten mal wieder weiter wie bisher. 
Daher bewundere ich die Verantwortungsträger der beiden Unternehmen die diesen Schritt gegangen sind und sage: “allen Respekt!“
 
Mein dringender Appell an alle Mittelständler: „Lasst euch nicht über den Tisch ziehen! Wir müssen denen Parole bieten, sowie die beiden bei VW es getan haben. Koste es was es wolle. Es ist immer noch besser, als für immer der Ausgenützte und Unterdrücke zu sein. „
Ich selber habe den ersten Schritt in Richtung Unabhängigkeit getan, und habe die Erfahrung gemacht, das Spiel hört nie auf.
Wenn wir aber alle zusammen halten schaffen wir das. Unser zentraler Mittelpunkt zum vertraulichen Erfahrungsaustausch bietet das OPS-Netzwerk. Wobei wir die Diskretion noch weiter verstärken sollten, um unseren Erfahrungsschatz zu sichern. Die anderen schlafen ja auch nicht.
Aus diesem Grund möchte ich uns Betroffene alle mit ins Boot holen, damit nicht jeder für sich alleine kämpfen muss. Wir alle handeln im Sinne der Nachhaltigkeit, damit unsere Jugend auch noch eine Chance hat.
Wir leben immer im „jetzt“, das heißt: JETZT handeln!
Ich hoffe ich konnte euch davon überzeugen, dass wir das nur gemeinsam schaffen.
Ich wünsche euch allen viel Glück und Erfolg bei der Umsetzung.
 
Euer
Anton Kelz
Gesellschaftender Geschäftsführer & Preisträger




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